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| 15:15 Uhr

Biosphärenreservat
Naturschützer freuen sich auf 100 000. Besucher

Auch im neuen Jahr wird es am „Haus der Tausend Teiche“ wieder zwei Naturmärkte geben. Deren Angebote ziehen immer Tausende Besucher aus nah und fern an.
Auch im neuen Jahr wird es am „Haus der Tausend Teiche“ wieder zwei Naturmärkte geben. Deren Angebote ziehen immer Tausende Besucher aus nah und fern an. FOTO: Richter Torsten
Wartha. Das Oberlausitzer Biosphärenreservat will Lehrpfade neu gestalten. Zu den Neuheiten gehört eine Exkursion unter dem Motto „Mit dem Ranger unterwegs“.

Um es vorwegzunehmen: Das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft peilt in diesem Jahr einen neuen Rekord an. Nach Angaben von Leiter Torsten Roch soll der 100 000. Gast im „Haus der Tau send Teiche“ in Wartha begrüßt werden. Im Jahr 2017 haben mehr als 16 000 Menschen allein die Bildungseinrichtung des Schutzgebietes besucht. „Damit sind wir erneut auf das Niveau der Vorjahre gekommen“, kommentiert Roch. Seit der Eröffnung des Hauses im März 2012 sind dort nunmehr über 75 000 Gäste registriert worden.

Die Naturbegeisterten kommen aus ganz Deutschland sowie aus Tschechien, der Schweiz und den Niederlanden. Darüber hinaus besuchen Studenten aus aller Welt im Rahmen ihrer Ausbildung die Einrichtung. Übrigens: Im Jahr 2017 hatte die Uni Würzburg eine wissenschaftliche Studie zur regionalwirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus im Biosphärenreservat durchgeführt. In diesem Rahmen habe es Gästezählungen und Befragungen gegeben. Die Ergebnisse, die in Wartha mit Spannung erwartet werden, stünden ab dem ersten Halbjahr 2018 zur Verfügung.

Jetzt im Januar hat das „Haus der Tausend Teiche“ erst mal Winterpause. Der Veranstaltungskalender 2018 stehe ab Februar als Broschüre zur Verfügung. Im neuen Jahr seien drei neue Sonderausstellungen geplant, zudem mehr als 100 Veranstaltungen sowie immer mittwochs jeweils ein Vortrag. Neu sei eine Exkursion unter dem Motto „Mit dem Ranger unterwegs“, die künftig an jedem dritten Sonntag im Monat stattfinden solle.

In diesem Jahr wolle das Schutzgebiet auch in das touristische Leitsystem investieren. Vor allem für Autofahrer und Radtouristen müsse die Ausschilderung zum „Haus der Tausend Teiche“ verbessert werden. Darüber hinaus solle die Einrichtung ein imposantes 360-Grad-Panorama erhalten.

Zudem warten zwei Lehrpfade auf eine Frischzellenkur. So erfolge eine Neugestaltung des Naturerlebnispfades in Kreba-Neudorf. Dort drehe sich alles um das Raseneisenerz. Das rund 200 000 Euro teure Vorhaben, das durch Fördermittel ermöglicht werde, erfahre in den kommenden Monaten seine Umsetzung. Außerdem werde der Guttauer Lehrpfad in den nächsten Jahren schrittweise erneuert. Als Erstes sei der marode Steg zur Erkundung von Schilfzone und Teich an der Reihe, kündigt Torsten Roch an.

Indes bewegt sich auch die Naturausstattung des Schutzgebietes auf einem hohen Stand. Mit 25 Seeadler-Brutpaaren weise das rund 30 000 Hektar große Areal die bundesweit wahrscheinlich höchste Adlerbrutzahl auf. Neu hinzugekommen seien zwei Fischadler-Brutpaare. Darüber hinaus hätten um die 80 Paare der Flussseeschwalben erfolgreich auf der künstlichen Insel auf dem Brösaer Teich bei Guttau gebrütet.

Allerdings gebe es auch weniger erwünschte Arten. Beispielsweise den nicht heimischen Waschbären. Für die Zukunft kündigt die Reservatsverwaltung Untersuchungen zur Rolle und zu Auswirkungen dieser Tierart an. Waschbären verursachen vor allem bei bodenbrütenden Vögeln massive Schäden.

Ein Höhepunkt des Jahres 2017 sei die Wahl der Gladiolenwiese im Daubaner Wald zum bundesweiten Naturwunder gewesen. „Die Entwicklung dieser Wiese ist ein gelungenes Beispiel für partnerschaftliche Naturschutzarbeit“, resümiert Torsten Roch.

In diesem Jahr wolle das Schutzgebiet in Zusammenarbeit mit der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz ein Kolloquium zu dem Thema Wiesenpflege organisieren. Der Termin stehe bereits fest, nämlich der 23. März. Für die Bevölkerung gebe es Exkursionen zu den Gladiolen, angeboten von der Naturwacht.

Ein weiterer Höhepunkt war die Auszeichnung, den Titel „Unesco-Biosphärenreservat“ für weitere zehn Jahre tragen zu dürfen. Und die praktische Naturschutzarbeit geht auch im Jahr 2018 weiter. Dann startet die Landestalsperrenverwaltung  das Vorhaben „Redynamisierung der Spree“. Dadurch wird dem Fluss wieder mehr Raum eingeräumt und alte Flussarme werden angeschlossen. Von diesem Projekt versprechen sich die Naturschützer nicht nur die Rückgewinnung wertvoller Lebensräume, sondern auch einen verbesserten Hochwasserschutz.

(amz)