Wenige Tage vor der Oberbürgermeister-Wahl in Hoyerswerda sorgt ein anonymes Flugblatt für Verwirrung. Der Inhalt: ein Aufruf, am kommenden Sonntag nicht den Kandidaten der AfD zu wählen. Unter der Überschrift „Wollen Sie das für Hoyerswerda“ wird der Partei vorgeworfen, dass sie Hass und menschenfeindliche Haltungen predigten. Wer dieses Faltblatt im Umlauf gebracht hat, ist unklar. Nirgends auf dem Flyer findet sich ein Impressum oder ein Hinweis auf den Urheber.

Hoyerswerdaer Initiative Zivilcourage distanziert sich von Faltblatt

Deutlich von dem Faltblatt distanziert hat sich hingegen die Hoyerswerdaer Initiative Zivilcourage. „Wir haben mit diesem Flyer nichts zu tun“, sagt Sabine Proksch von der im Jahr 2006 gebildeten Initiative. Die Gruppierung hatte kürzlich selbst eine Stellungnahme zur OB-Wahl veröffentlicht. Darin heißt es unter anderem, dass die Initiative Zivilcourage beobachte, dass Zukunftsängste „von gewissen Gruppierungen missbraucht und für antidemokratische, teils nationalistische, extremistische und EU-feindliche Bestrebungen auch in unserer Stadt genutzt werden. Das dürfen wir nicht zulassen.“ Jeder Wähler solle verantwortungsbewusst mit seiner Stimme entscheiden, so die Initiative Zivilcourage weiter.
In dem anonymen Flyer wird Werbung für vier der fünf OB-Kandidaten gemacht. AfD-Kandidat Marco Gbureck ist bewusst weggelassen worden. Unklar ist, wie viele Haushalte in Hoyerswerda das Blatt erreicht hat.
Alle Informationen zur OB-Wahl in Hoyerswerda finden Sie auf der LR-Homepage: www.lr-online.de/hoywahl