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| 02:47 Uhr

"Nicht nur das Eis, auch die Zeit läuft uns weg"

Das Umbauprojekt für das Nieskyer Eisstadion, muss noch viele Hürden nehmen, vor allem rechtlicher Natur. Daher werden die Tornados auch in der kommenden Saison unter den jetzigen Bedingungen spielen müssen.
Das Umbauprojekt für das Nieskyer Eisstadion, muss noch viele Hürden nehmen, vor allem rechtlicher Natur. Daher werden die Tornados auch in der kommenden Saison unter den jetzigen Bedingungen spielen müssen. FOTO: Joachim Rehle
Niesky. Hinsichtlich der Sanierung des Nieskyer Eisstadions gibt es noch eine ganze Reihe von Unwägbarkeiten. Dies ist das Fazit der Aussagen von Oberbürgermeister Wolfgang Rückert (CDU) und von Stadtwerke-Chef Holger Ludwig in Reaktion auf einen offenen Brief des Eislaufvereins (ELV) Niesky. Uwe Menschner /

Die Freunde des Nieskyer Eissportes machen sich Sorgen. "Wir konstatieren ernüchtert, dass das Projekt zur Sanierung und Überdachung des Nieskyer Eisstadions dem ursprünglichen Zeitplan weit hinterherhinkt und dass uns in der wärmenden Frühlingssonne nicht nur das Eis, sondern auch die Zeit wegläuft", heißt es in dem von Präsident Jörn Dünzel unterzeichneten Schreiben. Und dass, nachdem die Übergabe des Fördermittelbescheides durch den sächsischen Innenminister Markus Ulbig (CDU) im August 2012 regelrechte Euphorie ausgelöst hatte.

"Ich kann verstehen, dass solche Fragen gestellt werden, wenn eineinhalb Jahre lang nach außen hin nichts passiert", erklärt der Nieskyer Oberbürgermeister Wolfgang Rückert. Und es gebe nicht viel zu berichten, umdie Befürchtungen zu zerstreuen. "Es geht um technische Probleme, rechtliche Rahmenbedingungen und eine Investition in Höhe von vier Millionen Euro."

Mehr ins Detail geht Holger Ludwig, der Geschäftsführer der Stadtwerke Niesky GmbH: "Wir benötigen für unser Vorhaben eine Baugenehmigung. Doch damit wir diese bekommen, muss es allen rechtlichen Vorgaben entsprechen." Und in diesem Zusammenhang bereitet der Lärmschutz erhebliche Probleme - angesichts des Umstandes, dass sich das Stadion in unmittelbarer Nähe zum Emmaus-Krankenhaus befindet, nicht sehr verwunderlich. Das Ergebnis der bisherigen Untersuchungen besagt, dass weder eine bloße Überdachung des Stadions noch eine "Einhausung" von zwei Seiten für die Einhaltung der Richtwerte garantiert. "Wir brauchen eine Genehmigung für eine Anlage, die eigentlich nicht genehmigungsfähig ist", beschreibt Holger Ludwig die Schwierigkeit der Aufgabe.

Die Nicht-Genehmigung des Umbaus müsse im Übrigen nicht das Aus für den Eissport in Niesky bedeuten: "Dann bleibt uns immer noch die Möglichkeit, im Bestand zu sanieren." Allerdings würde sich die Eissaison in Niesky in diesem Fall auch künftig auf die Wintermonate - also bestenfalls von November bis März - beschränken. Das mit dem Bau der Überdachung verfolgte Ziel - eine Verlängerung der "Eiszeit" - wäre dann hinfällig. "Dies ist aber nicht unser Ziel, und darüber denken wir derzeit auch noch nicht nach", versichert der Stadtwerke-Chef, der sich verwundert zeigt über den Ton, der in dem offenen Brief angeschlagen wird: "Offenbar ist es uns in den vergangenen 20 Jahren nicht gelungen, genügend Vertrauen aufzubauen, dass wir mit Herz und Seele hinter dem Eissport in Niesky stehen." Man werde alles unternehmen, um das Umbauprojekt weiter voranzutreiben, jedoch: "Den gesetzlichen Rahmenbedingungen können wir uns nicht entziehen." Bis Jahresende rechnen er und Oberbürgermeister Wolfgang Rückert damit zu wissen, "was hinsichtlich des Umbaus möglich ist und was nicht". Große bauliche Aktivitäten werde es in diesem Jahr noch nicht geben, sodass der ELV Niesky auch die kommende Saison unter den gegebenen Bedingungen bestreiten muss.