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"Nicht alle Wünsche sind erfüllbar"

Das ZCOM-Museum bot als Ort des Neujahrsempfangs exklusive Einblicke in die Zuse-Ausstellung.
Das ZCOM-Museum bot als Ort des Neujahrsempfangs exklusive Einblicke in die Zuse-Ausstellung. FOTO: Würz
Hoyerswerda. Es war schon irgendwie ein besonderer Jahresauftakt für Hoyerswerda: Zu seinem traditionellen Neujahrsempfang hatte Oberbürgermeister Stefan Skora diesmal an einen neuen, außergewöhnlichen und noch unvollendeten Ort geladen – ins ZCOM Zuse-Computermuseum, das erst in knapp drei Wochen eröffnet wird. Der Abend mit Rückblick und Ausblick stand ganz im Zeichen einer Symbiose von Kunst und Technik. Catrin Würz

Es zirpt, es rattert, es brummt. Ein Fiepen erfüllt den Raum - und dann wieder ein Klingeln und Klackern. Wie ein unbekanntes Morsealphabet wabern die Töne durch den Konferenzraum des ZCOM, der bis auf den letzten Platz gefüllt ist. Das futuristische Klangexperiment kommt aus dem Laptop der chinesischen Künstlerin Jiayi Wu.

Sie studiert an der Musikhochschule in Dresden Komposition und hatte für ihr Musikstück "Flatrate" verschiedene Töne aus dem Informationszeitalter gesammelt: Klingeltöne, Signalgeber aus dem Smartphone, Geräusche von Relais und Übermittlungstechnik, aber auch das Rattern einer Brief-Sortiermaschine der Post. Ihr daraus komponiertes Klangwerk stimmte die mehr als 150 Gäste aus Hoyerswerdas Politik, Wirtschaft und Kultur am Dienstagabend für ein paar Minuten nachdenklich über eine sich zunehmend verändernde Informationsgesellschaft. Das Musikstück bildete zusammen mit dem "Robotik Dance" - dargeboten vom 16-jährigen Foucault-Gymnasiasten Felix Schimkus - den zu Ort und Raum passenden Kulturbeitrag. "Es ist eine Symbiose aus Kunst und Technik, die uns sicher besondere Impulse für das neue Jahr geben kann", sagte Oberbürgermeister Stefan Skora.

In seinem Ausblick auf die Herausforderungen 2017 kündigte Skora an, dass - wie auch schon 2016 - die Bürgerbeteiligung für die großen Entscheidungen zum Städtebaulichen Entwicklungskonzept "Stadtumbaugebiet" und für ein aktualisiertes Stadtleitbild fortgesetzt werden wird. 2017 soll es in den Wohnkomplexen und Ortsteilen auch wieder die vor zwei Jahren gestoppten Stadtteil-Spaziergänge mit dem OB geben. "Uns muss aber klar sein: Es werden sich nicht alle Wünsche der Bürger 1:1 umsetzen lassen."

2017 soll das Jahr sein, in dem die Stadt Hoyerswerda beim Bau einer neuen Oberschule sichtbar vorankommt. Die Erschließung des neuen Wohngebietes Kolpingstraße, die Pläne zur Umgestaltung des Neumarktes, der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Dörgenhausen und der Bau der Straße zum Industriegelände stehen als wichtigste Projekte für 2017 an. Ein deutliches Stück vorwärtskommen will Skora aber auch bei den Verhandlungen mit dem Landkreis Bautzen über die auslaufenden Kreisreformverträge. "Volkshochschule und Musikschule müssen langfristig in den Räumen der Lausitzhalle gesichert werden."