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| 17:28 Uhr

Fußball
Neustädter Fußballer verzichten erneut auf den Aufstieg

FOTO: Anja Guhlan
Neustadt/Spree. Der LSV Neustadt nimmt zum zweiten Mal sein Aufstiegsrecht nicht wahr. Die Anforderungen dafür sind im Moment noch zu hoch für den Verein. Von Anja Guhlan

Die Trainer des LSV Neustadt/Spree Andreas Born und Karsten Haasler trainieren wieder mit ihren Jungs der ersten und zweiten Fußballmannschaft hart auf dem Trainingsplatz in Neustadt/Spree. Im Juni diesen Jahres feierten die Neustädter Fußballer die Meisterschaft in der Landesklasse Ost. „Was diese Mannschaft in der vorigen Saison geleistet hat, ist der absolute Wahnsinn“ meint LSV-Torwart-Trainer Karsten Weiß voller Stolz, der mit der Mannschaft die gewonnene Meisterschaft bereits auf Mallorca feierte.  Somit haben sich die Neustädter Sportler ein Aufstiegsrecht in die nächst höhere Liga – der Landesliga -  erspielt. Doch schon im April war vom Vorstand und vom Trainerteam nach reichlichen Überlegungen entschieden worden,  dass die mit dem Aufstieg verbundenen Anforderungen im Moment noch zu hoch für den Verein sind.

„Es ist nicht so sehr der finanzielle Aspekt, eher die infrastrukturellen Gegebenheiten“, erläutert Rudi Schurmann, der Abteilungsleiter in der Sektion Fußball. Die Sportanlage in Neustadt/Spree ist zwar zum Beispiel in einem sehr guten Zustand und die Beste in der Spreetaler Region, jedoch kann der Landsportverein unter anderem unterschiedlich geforderte Gästeblöcke nicht gewährleisten. Für die Neustädter Fußballer ein herber Schlag. „Als Fußballer möchte man schon immer höher spielen, aber als Verein wäre ein Aufstieg ein waghalsiges Abenteuer“, erläutert der Torwart-Trainer Karsten Weiß.  „Wir wollen deshalb keinem Spieler Steine in den Weg legen, wer zu einem Verein in der höheren Liga wechseln möchte, steht dies offen“, meint er.

Vor zwei Jahren befanden sich die Neustädter in genau derselben Situation. Damals erreichten sie zwar nicht den Meisterschaftstitel, sondern nur den dritten Platz in der Meisterschaft. Da aber die Meister und die Zweitplatzierten auf ihr Aufstiegsrecht verzichteten, wurde auch der LSV Neustadt gefragt. Und auch damals lehnten sie ab und wagten den Sprung in die Landesliga nicht.

Wenn viele Vereine mit ihren Mannschaften das Aufstiegsrecht ablehnen, sind dann die Anforderungen unverhältnismäßig hoch, lautete eine RUNDSCHAU-Nachfrage. „Die Anforderungen sind schon sinnvoll“, meint Karsten Weiß. Aber es kommen ja in der Landesliga auch unter anderem längere Anfahrtswege zu den Spielen zustande.  Auch müssten wir mehrere Nachwuchsmannschaften vorzeigen. Das ist in einem 380 Einwohner-Ort gar nicht so einfach, denn schon fast jeder dritte Neustädter ist bereits Mitglied im Verein, der zur Zeit ein reiner Fußballverein ist. Und die finanzielle Belastung ist in der Landesliga auch weitaus höher.

So spielen und trainieren die Neustädter Fußballer in dieser Saison wieder in der gewohnten Struktur in der Landesklasse Ost. „Unser Ziel ist es, den Meistertitel zu verteidigen. Für uns ist der Fußball nicht mehr nur reines Hobby. Wir haben in unserer ersten und auch zweiten Mannschaft einen qualitativ hohen Anspruch. Die Trainings in der Woche sind hart“, meint Weiß. Eine Fußballsaison ist jedoch mit einem Jahr ziemlich lang.  Sollte der LSV Neustadt/Spree erneut Meister werden, müssen wieder Überlegungen angestellt werden, ob  der Verein aufsteigen möchte. „Doch dazu müssen alle Szenarien durchgespielt werden. Es könnte ja auch sein, dass uns nach dem Aufstieg  eine Auflösung der Fußballsektion droht, weil durchaus gute Spieler abgeworben werden könnten“,  befürchtet Weiß. Jedoch möchte der Vorstand immer wieder neu die Überlegungen anstellen. Vielleicht können die Neustädter Fußballer ja doch irgendwann den Aufstieg feiern.