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Neurologie hat eine neue Spezialistin

Neuropsychologin Julia Lietzke.
Neuropsychologin Julia Lietzke. FOTO: Klinikum
Hoyerswerda. Die Klinik für Neurologie am Lausitzer Seenland Klinikum hat eine neue Neuropsychologin: Julia Lietzke. Ihr Schwerpunkt ist die Diagnostik der Hirnfunktion bei Defiziten aufgrund neurologischer Krankheitsbilder. red/pos

"Mit umfangreichen standardisierten Testverfahren sowie ausführlichen Anamneseerhebungen und Verhaltensbeobachtungen können wir in der Neuropsychologie Defizite beispielsweise nach einem Schädel-Hirn-Trauma oder Schlaganfall diagnostizieren", erklärt die neue Ärztin ihren Fachbereich. Julia Lietzke deutet hier krankheitsbedingte Funktionsstörungen des Gehirns an, zu denen Folgen von Schlaganfällen, sämtlicher traumatischer Schädigungen des Gehirns wie Schädelprellung, Schädelbruch, Hirntrauma, Gehirnerschütterung genauso wie entzündliche Krankheiten wie Meningitis, epileptische Erkrankungen aber auch Folgen verschiedener Demenzformen, Parkinsonerkrankungen, Tumoren und vieler weiterer zählen.

Neben möglichen Lähmungen der Gliedmaßen ist oftmals ebenso die geistige Leistungsfähigkeit, das Gefühlsleben oder das Sozialverhalten beeinträchtigt. Lietzke weiter: "Angehörige beobachten häufig Schwierigkeiten im Alltag der Patienten, wie selbstständiges Planen oder das Treffen weitreichender Entscheidungen wie Bankgeschäfte. Auch Persönlichkeitsveränderungen werden wahrgenommen. Nicht selten unterschätzen oder überschätzen Betroffene und Angehörige die Defizite."

Es zeige sich häufig, dass sich Patienten mit dem neuen eingeschränkten Zustand nicht abfinden können und an Depressionen, Ängsten und Anspannungen leiden und sogar sozial isoliert leben. Aufklärung und der Umgang mit der neuen Situation seien wichtige Aspekte in der Behandlung. Um diese Defizite therapieren zu können, nimmt die Neuropsychologin in der Klinik den Ist-Zustand auf. Somit können die Therapeuten bei einer Anschlussheilbehandlung zügig mit einer Therapie beginnen und auch Haus- und Fachärzte auf die neue Situation des Patienten eingehen. "Nicht zuletzt hilft es auch den Angehörigen, die Verhaltensänderung einzuschätzen und damit umzugehen", ergänzt die junge Ärztin. In der Neuropsychologie untersucht sie zudem die Bereiche Lernen und Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Konzentration, Persönlichkeitsveränderungen und Psychosomatik.

Chefarzt Dr. Andreas Linsa freut sich über die Erweiterung seines Teams: "Zu einer guten Klinik für Neurologie gehört auch eine optimale Hirnleistungsdiagnostik, um die Patienten umfassend betreuen zu können und die Krankheitsbilder von allen Seiten zu betrachten. Julia Lietzke ist aufgrund ihrer Kompetenz und Menschlichkeit sowohl für unsere Patienten als auch für unser Klinik-Team ein echter Zugewinn."

Lietzke hat ihr Studium in Jena absolviert und ihren Masterabschluss in Psychologie mit dem Schwerpunkt kognitive Psychologie und kognitive Neurowissenschaften abgelegt. Seit 2014 absolviert sie außerdem eine psychotherapeutische Ausbildung mit Schwerpunkt Verhaltenstherapie, um insbesondere auf psychosomatische Krankheitsbilder und Persönlichkeitsveränderungen spezifisch einzugehen.

Die Psychologin war bereits an Kliniken in Senftenberg und Cottbus tätig. So hat sie schon am Carl-Thiem-Klinikum mit Chefarzt Dr. Andreas Linsa und Oberarzt Dr. Steffen Heider zusammengearbeitet.