Im Blunoer Südsee sind einige Inseln verschwunden. Und auch ein Großteil der bizarren Kippen-Erdrippen am Südufer. Darüber hinaus laden mehrere neu gestaltete Rastplätze ein. Zumindest einen tangieren die Neujahrswanderer, die vom "Partwitzer Hof" in Richtung Bluno laufen. Auf einem sandigen Pfad durch den Heidewald, den See stets im Blick.

Dreieinhalb Quadratkilometer ist der Blunoer Südsee groß, lässt Matthias Müller, der Tourismusbeauftragte der Gemeinde Elsterheide, die Wanderer wissen. Zwar befinde sich schon eine ganze Menge Wasser im Restloch des Tagebaus Spreetal, doch werde der Wasserstand noch um vier bis fünf Meter steigen. Perspektivisch, so Müller weiter, werden drei Kanäle zu den Nachbargewässern entstehen. Dabei erwähnt der Fachmann ausdrücklich auch die Verbindung zum Partwitzer See, den Überleiter 7. Dieser ist nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums zwar aus touristischer Sicht wünschenswert, allerdings nicht für die Belange der Wasserwirtschaftler erforderlich. Deshalb fließt für diesen Wasserweg kein Geld aus der Bergbausanierung. Zehn Millionen Euro werden benötigt, die zurzeit niemand habe.

Von Bluno laufen die Neujahrswanderer durch die uralte Roteichen-Allee der Landesgrenze entgegen. Kurz hinter der Rechtskurve nach der endlos scheinenden Geraden ist es endlich soweit: Ein alter Grenzstein markiert die Linie, wo Sachsen aufhört und Brandenburg anfängt. Moderner und schon wieder veraltet ist eine kleine gelbe Tafel mit dem "KM" für den ehemaligen sächsischen Kreis Kamenz und auf der anderen Seite mit dem "SPN" für Spree-Neiße-Kreis in Brandenburg. Früher grenzten dort die beiden preußischen Provinzen Niederschlesien und Brandenburg aneinander.

In Richtung Proschim schmieden die Wanderer neue Pläne beziehungsweise berichten von ihren nächsten Vorhaben. Der Altdöberner Touristiker Eckhard Hoika kündigt an, dass er mit seiner "Seeschlange" erstmals eine Kurztour zum Ilse-Kanal anbieten wolle. Die Bahn starte in Großräschen, halte für einen Imbiss an der Sedlitzer "Kuchenscheune" und fahre dann am neuen Kanal, der den Großräschener mit dem Sedlitzer See verbindet, entlang. Nur nicht durch den Tunnel. Der sei für das Gefährt dann doch etwas zu eng.

Gastronom Christoph Pech kündigt an, dass seine Gaststätte zwischen Mitte Januar und März in die Winterpause gehe. "Im Winter lohnt sich ein Öffnen nicht, da würden wir nur Geld verbrennen", sagt er. Die rund zweimonatige Schließzeit komme seinem Lebensprinzip der "Entschleunigung" entgegen.

In Proschim schließlich warten der Museumshof sowie das Dampfmaschinenhaus des örtlichen Landtechnik-Vereins auf die Wanderer. Constantin Jurischka vom Verein erklärt die historische Technik. Den Besuchern gefällt's sichtlich. "Ich bin erstmals bei der Partwitzer Neujahrswanderung dabei", erzählt Ruth Nowotnick aus Neuwiese. "Ich kenne zwar die Gegend sehr gut, lerne aber doch immer wieder Neues kennen. Ansonsten zieht es mich zum Wandern mehr in die Südtiroler Berge." Ralf Krull aus Großkoschen schätzt die Gegend um Partwitz, Bluno und Proschim wegen der Ruhe. "Im Sommer kann man vor lauter Menschen nicht mehr um den Senftenberger See radeln. Das ist hier ganz anders. Hier kann ich wirklich abschalten."