| 02:46 Uhr

Neues Stadtmühlenwehr an der Bundesstraße 97 nimmt langsam Gestalt an

Das neue Wehr an der B 97 nimmt Formen an. Rechts im Vordergrund ist die Fischtreppe zu sehen, die am Donnerstag fast fertig gestellt wird.
Das neue Wehr an der B 97 nimmt Formen an. Rechts im Vordergrund ist die Fischtreppe zu sehen, die am Donnerstag fast fertig gestellt wird. FOTO: Sven Scheffler
Hoyerswerda. Das alte Stadtmühlenwehr in Hoyerswerda ist Geschichte und noch zwängt sich das Wasser der Alten Elster durch ein kleines unscheinbares Rohr am zukünftigen Flussbett vorbei. Doch die Arbeiten, die dass ändern sollen gehen voran. Sven Scheffler

Die Alte Elster soll von einem Staugewässer zu einem Fluss in der Altstadt werden. Denn mit dem Abriss des Stadtmühlenwehrs wird es auch keinen Rückstau mehr in der Alten Elster geben, sodass sie wieder zu einem fließenden Gewässer wird. Zumindest bis zur B 97.

Dort befindet sich zukünftig mit dem neuen Wehr das Herzstück des Flusses vor der Querung der Bundesstraße. "Hier haben wir schon die Halbzeit im Bau erreicht", sagt Projektgruppenleiter Sebastian Haufe von der Landestalsperrenverwaltung (LTV), die den Bau durchführt. An diesem Donnerstag wird mit der Betonage der Wände begonnen. Damit wird dann auch die Fischtreppe fertig. Sie soll in Zukunft den Wasserbewohnern die Wanderung durch den Fluss trotz des Wehrs ermöglichen. "Dafür verläuft neben der zukünftigen Stauwand ein kleiner Kanal, durch den die Fische hindurch können", sagt Sebastian Haufe. Durch den kleinen Kanal geht es dann im Zick-Zack-Kurs. Denn damit der Staueffekt erhalten bleibt, werden Trennwände an beiden Innenseiten des Kanals befestigt, die jeweils nur etwas über die Hälfte der Breite reichen.

Die eigentliche Stauhöhe der Alten Elster wird durch eine Mauer erreicht, die von dem Fluss überspült wird. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Das Wehr soll in den nächsten Monaten fertiggestellt sein. Es ist notwendig, um die Stauhöhe für das Stadtwehr weiter aufwärts an der Schwarzen Elster zu halten und dient dem Hochwasserschutz.

Im Weiteren wird der Flussverlauf auf 500 Meter vom neuen Wehr bis zum alten Standort ausgebaut. Dafür werden noch vorhandene Sedimente des zurzeit trockengelegten Fließes abgetragen und die Böschungen erneuert. Die Arbeiten dafür sollen noch bis Oktober diesen Jahres andauern.

Zum Thema:
Die Kosten für das gesamte Vorhaben betragen rund 800 000 Euro. Parallel zum Ausbau des Flusses werden derzeit auch die Strom- und Datenkabel durch die Versorgungsbetriebe Hoyerswerda umverlegt. Sie verlaufen dann einen Meter unterhalb des Flusses. Mit der Fischtreppe werden die Anforderungen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erfüllt, die eine Durchgängigkeit europäischer Gewässer vorschreiben.