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Neues Silo für Malz schwebt in Wittichenauer Brauerei ein

Beim passgenauen Einbringen des großen Doppelmalzsilos in das Gebäude der Stadtbrauerei Wittichenau waren Präzision und Teamarbeit gefragt.
Beim passgenauen Einbringen des großen Doppelmalzsilos in das Gebäude der Stadtbrauerei Wittichenau waren Präzision und Teamarbeit gefragt. FOTO: Mandy Fürst
Wittichenau. Traditionsbetrieb erneuert Rohstoffannahme, Lagerung und Reinigungsanlage. Das Sudhaus soll als nächstes modernisiert werden.

Gleich zwei Kräne haben am Freitagmorgen von spannenden Aktivitäten auf dem Gelände der Wittichenauer Stadtbrauerei gezeugt. Die blauen Hub riesen waren notwendig, um ein mit allem Zubehör summa summarum sechs Tonnen schweres, drei mal sechs mal sechs Meter großes und für zweimal 25 Tonnen Malz ausgelegtes Silo durch das Dach in das Fabrikgebäude einzubringen.

Die Erneuerung der Rohstoffannahme, Lagerung und Reinigungsanlage für das Braumalz ist Teil einer umfassenden Aufarbeitung der Produktionsanlagen des Traditionsbetriebes, der vor zwei Jahren sein 75. Firmenjubiläum feierte und die 661 Jahre alte Brauereigeschichte von Wittichenau am Leben hält.

Im nächsten Schritt ist die Modernisierung des Sudhauses geplant. Langfristig sollen die Prozesse automatisiert werden. Nur die alte Schotmühle von 1935 tut auch weiterhin ihren verlässlichen Dienst.

Die frühere Technik, zumeist aus den 1950er-Jahren, sei überholt gewesen, sagt Geschäftsführer Johannes Glaab. Habe die alte Saatgut-Reinigungsmaschine noch zwei mal zwei Meter Fläche benötigt, brauche die moderne Maschine die Hälfte an Platz. Mit den beiden großen Silos für die Pilsener Malze und den beiden kleineren für Biomalze und die Spezialsorten ist einer von vielen geplanten Schritten in Richtung Runderneuerung der Betriebsstätte getan. Das Unternehmen habe sich dafür etwa eine Zeitschiene von drei Jahren vorgenommen, ergänzt der zweite Geschäftsführer Stefan Glaab. Die SAB unterstützt Vorhaben, deren Kosten den sechsstelligen Bereich möglichst nicht überschreiten sollen.

Neue Technik braucht Fachkräfte. Diese seien auf dem Arbeitsmarkt zwar Mangelware, sagt Stefan Glaab. Die Brauerei sei jedoch momentan personell gut aufgestellt. Innovation braucht aber auch Fachkräftenachwuchs.

Mit Auszubildenden sieht es im Betrieb schon schlechter aus, räumt Stefan Glaab ein. Da lohnt sich für junge Leute, die in ihrer Heimat bleiben wollen, genaueres Hinsehen. Ein Brauer müsse neben der Leidenschaft für das Bier und seine Variationen nämlich vor allem kurze Wege in die Braustätte haben. Daher sei man bemüht, Nachwuchs in der Region zu finden.