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Neues Rathaus bekommt seine alte Schönheit

Hoyerswerda. Seit 2007 wird das Neue Rathaus in der Frentzel-Straße saniert. Im nächsten Jahr werden die Arbeiten enden. Erste Bauarbeiten hatte es bereits 1998 zum Tag der Sachsen an dem 1904 als Kreishaus errichteten Verwaltungsbau gegeben. Jetzt wollte die Verwaltung das Werk vollenden. Das meiste ist auch geschafft, für einige Dinge reicht aber das Geld nicht mehr. Dennoch hat das Gebäude bald seine alte Schönheit wieder. Von Uwe Schulz

Herrliches Dach Allein die Neueindeckung des Daches des über 100 Jahre alten Hauptgebäudes kostete 170 000 Euro. Dafür kann man gut und gerne fast zwanzig Eigenheime eindecken. Doch hier wurden nicht nur Biberschwanz-Ziegel in Kronendeckung verlegt. Es mussten vor allem viele Kehlen gedeckt werden. "Es ist ein sehr anspruchsvolles Dach", betont Hochbauamtschefin Annette Krzok. Sie würdigt die Arbeit der beauftragten Firma. Die Dachdecker haben sowohl bei glühenden Hochsommertemperaturen im Juli als auch im strömenden Regen im August gearbeitet. Ende Oktober galten die Dacharbeiten als abgeschlossen. Jetzt muss es ein paar Jahrzehnte halten.Schlechte Parkplätze Für die Erneuerung der Parkplätze und die Gestaltung der Außenanlagen reicht das Geld nicht mehr. Ihre Realisierung ist in weite Ferne gerückt. Sie werden nun so provisorisch bleiben, wie sie sind. Priorität haben die Arbeiten am Hauptgebäude. In 2011 soll demnach die Elektrik samt Brandmeldeanlage in den Fluren erneuert werden. Auch weitere Brandschutzmaßnahmen müssen noch erledigt werden. Für die Ostfassade reicht das Geld auch nicht mehr. Hier wird man noch den Bereich, an dem der Anbau abgebrochen wurde, verputzen und farblich anpassen.Gute Atmosphäre Das komplette zweite Obergeschoss beherbergt den Sitzungssaal für den Stadtrat, der auch für Beratungen und Präsentationen genutzt wird. Er wurde mit einer Lüftungsanlage ausgestattet, die auch kühlen kann. Die Fenster verfügen über eine Verdunkelungsfunktion, um auch bei hellem Tageslicht einer Präsentation folgen zu können. Ohnehin ist der Saal jetzt technisch auf modernem Stand. Der Hauptzugang zum Saal erfolgt über das neu errichtete Treppenhaus am Südgiebel.Schöne Details Die alte hölzerne Treppe im Rathaus wird nicht wieder hergestellt. Es bleibt bei der Steinvariante aus den 1970er Jahren. Dafür gab man dem Jugendstilbau überall dort etwas von seinem ursprünglichen Charme zurück, wo es nur ging. Das sieht man an den Fensterknäufen ebenso wie an den Innentüren, die, wo möglich, aufgearbeitet wurden. Einige Räume gestaltete man gar recht farbintensiv nach den belegbaren Befunden der Erstgestaltung. In anderen Räumen beließ man es bei "Zeitfenstern" an den Wänden und sorgte lieber für zeitgemäßes Arbeitsklima.Ursprüngliches Aussehen Bei der Sanierung ging man konsequent daran, nachträgliche Anbauten wieder zu entfernen. Was nicht mehr gebraucht wurde, riss man in den letzten Wochen ab. Die Fassaden werden dort geschlossen und dem Original angepasst. Entgegen der ursprünglichen Planung bleibt der Fahrradunterstand im Frontbereich des Rathauses aber erhalten - bis irgendwann Geld zur Verfügung steht, um die Außenanlagen zu gestalten. Insgesamt wurden bislang 2,78 Mio. Euro verbaut, davon rund 780 000 Euro Fördermittel.Dominierendes Wappen In den Türblättern der beiden Hauptportale sieht man auch heute noch das Wappen des alten Kreises Hoyerswerda mit Eiche, der Oberlausitzer Mauer und dem Fisch. So war es ja auch 1904 richtig, als das Kreishaus eingeweiht wurde. Im Ratssaal prangt hingegen das Wappen der Stadt Hoyerswerda mit drei Eichen neben den Konterfeis der Nachwende-(Ober-)Bürgermeister. Der Anbau stammt aus den 1970er Jahren. Bei seiner Sanierung musste ein unerwartet hoher Aufwand im Bereich des Daches, das offenbar recht schief war, betrieben werden. Übrigens wird das gesamte Rathaus mit Fernwärme beheizt. Die Kompaktstation wurde jetzt mit ins Haus gelegt.