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Lauta
Neues Buswartehäuschen für Leippe und viele „Aber“

Leippe/Torno. Noch stehen den Ortsteilen Leippe und Torno rund 4000 Euro aus dem Verkauf der Ortschronik zur Verfügung. Das Geld soll in ein neues Buswartehäuschen fließen. Doch das ist nicht so einfach. Von Anja Guhlan

Aus dem Verkauf der Ortschronik kann der Lautaer Ortsteil Leippe-Torno noch auf einen finanziellen Ertrag in Höhe von rund 4000 Euro blicken. Wie kann das Geld sinnvoll verwendet werden?, wurde jüngst im Ortschaftsrat diskutiert.

Ideen gab es gleich mehrere. Ins Blickfeld rückte die Errichtung einer Schaukel am Anger in Torno, aber auch die Ausbesserung von Bushaltestellen zu wetterfesten Wartehäuschen in Leippe. Geeinigt haben sich die Ortschaftsräte nach einer langwierigen Debatte jetzt auf ein neues Wartehäuschen für die Bushaltestelle in der Wiednitzer Straße in Leippe. „Das Wartehäuschen hat nach unseren vergangenen Diskussionen die höhere Priorität“, meint Ortsvorsteher Karl-Heinz Löffler.

Doch nun scheinen sich Probleme bei der Umsetzung aufzutun. Der Ortsvorsteher und andere Räte möchten gerne eine zeitnahe Umsetzung eines schmalen Buswartehäuschen - ähnlich wie es auch in Nardt an der B 96 auf Höhe der Landesfeuerwehrschule steht. Nach einem zeitnahen Kauf könnte der städtische Bauhof das Wartehäuschen aufstellen, so die bisherigen Vorstellungen in Leippe-Torno. Doch Lautas Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke zeichnet die Schwierigkeiten auf: Solch ein Bau muss ordentlich in den Haushalt der Stadt eingestellt werden, so dass eine Realisierung frühestens im Jahr 2019 möglich wäre.

Der Ortsvorsteher wirkt angesichts dieser Aussage sichtlich irritiert: „Wir haben die Ortschronik vorfinanziert, dieses Geld sollte im städtischen Haushalt also eigentlich nirgends verplant sein.“ Der Bauamtsleiter lenkt ein und erklärt, dass zumindest die Arbeitsleistungen des Bauhofs mit in den Haushalt eingeplant werden müssen. Löffler argumentiert, dass wenn es wegen dieser Leistungen scheitern sollte, er eine Initiative ins Leben rufen möchte, bei der sich Bürger und Firmen freiwillig engagieren und den Aufbau unterstützen.

Doch nebenbei gibt es auch noch ein Flächenproblem. Da sich hinter der Fläche, auf der das Wartehäuschen stehen soll, ein kleiner Hang befindet, müsste eine Hangbefestigung her, die auch die Nutzung einer privaten Fläche beinhaltet. Löffler sieht es optimistisch und schlägt vor, dass die Stadt diese kleine Fläche von wenigen Metern vom Grundstückseigentümer verpachtet bekommen könnte. Dazu müsste aber zunächst eine Einwilligung vom Grundstückseigentümer vorliegen.

Auch das Thema Barrierefreiheit scheint eine Rolle zu spielen. Bauamtsleiter Persicke versucht zu formulieren, dass bei neuen Buswartehäuschen auch die Barrierefreiheit und damit eine Erhöhung der Bordsteinkante notwendig wären, was weitere Kosten verursachen würde.

Dass der kleine Wunsch der Leippe-Tornoer so kompliziert sein wüde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Das Ansinnen der Ortschaftsräte war es schließlich nur, wartenden Einwohnern an der Bushaltestelle ein Dach über dem Kopf zu gewähren. Besonders an stürmischen oder regnerischen Tagen ist das Warten auf den Bus nicht schön. Derzeit gibt es nur auf einer Straßenseite eine Unterstellmöglichkeit.

Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke wird das Thema nun nochmal in der Verwaltung prüfen. Dazu gehört auch, die Bereitschaft des Grundstückseigentümers zu erfragen. Erst danach soll weiter diskutiert werden.