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Neuer Versuch im Kampf gegen die Blaualge

Die Idylle an der Talsperre Bautzen ist im Sommer zuweilen durch Blaualgen getrübt. Deshalb wird am Entnahmeturm ein zweiter Wasserablauf eingebaut.
Die Idylle an der Talsperre Bautzen ist im Sommer zuweilen durch Blaualgen getrübt. Deshalb wird am Entnahmeturm ein zweiter Wasserablauf eingebaut. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Bautzen. Die LTV will an der Talsperre Bautzen verstärkt Oberflächenwasser ableiten und so die Durchmischung verhindern, die das Wachstum begünstigt. ume1

Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) plant ein neues Projekt zur Reduzierung der Blaualgenbelastung in der Talsperre Bautzen. Mithilfe einer epilimnischen Entnahmeanlage soll im Sommer das Wasser überwiegend aus dem Epilimnion abgezogen werden. Epilimnion ist obere erwärmte und stark bewegte Wasserschicht in einem geschichteten stehenden Gewässer. Das Epilimnion ist durch die Sprungschicht, das Metalimnion, von der unteren Wasserschicht, dem Hypolimnion, getrennt. Mithilfe dieser Anlage will der Landesbetrieb eine stabile Schichtung erreichen, die sich hemmend auf das Wachstum der Blaualgen auswirkt. Bislang war vorwiegend das kalte, saubere Tiefenwasser an den Unterlauf der Spree abgegeben worden.

Der Kampf gegen die Blaualge in der Bautzener Talsperre ist so alt wie das Gewässer selbst. Versuchte man es zu DDR-Zeiten mit "Biomanipulation" - Raubfische sollten vermehrt Friedfische fressen und somit eine Veränderung in der Nahrungskette bewirken, an deren Anfang die Blaualge steht - änderten sich ab den 90er-Jahren die Strategien. So setzte die LTV auf die Reduzierung des Sedimenteintrags und versuchte, der Algenblüte mit chemischen Mitteln beizukommen - mit mäßigem Erfolg. Die Anlage, die ab dem Herbst gebaut werden soll, ist das Ergebnis mehrjähriger Untersuchungen.

"Der verringerte Staupegel in den Sommermonaten führt tendenziell zu einer verringerten Schichtungsstabilität und erhöht damit den Eintrag von nährstoffreichem Wasser, der zu Blaualgen-Massenentwicklungen führt", erläutert Pressesprecherin Katrin Schöne von der LTV das grundlegende Prinzip. Unterbleibt diese Durchmischung, dann steigen die Chancen auf eine "blaualgenfreie" Badesaison; eine Garantie hierfür gibt es jedoch nicht.

Bei der Entwicklung des Konzeptes für die neue Entnahmeanlage arbeite die LTV eng mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ Magdeburg zusammen. Es sieht vor, oberhalb des bisherigen Wasserentnahmeschachtes einen weiteren Schacht anzubauen, über den Wasser aus höheren Schichten abfließen kann. Dies ist regelbar und soll vorzugsweise von April bis September geschehen. In der restlichen Zeit wird weiter Tiefenwasser abgeleitet.

Diese Bauarbeiten sollen im September und Oktober erfolgen, wenn im Zuge von Wartungsarbeiten an den Staudämmen der Wasserspiegel ohnehin um fünfeinhalb Meter abgesenkt wird.