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Hoyerswerda
Zwischen Hoyerswerda und Potsdam

Paul-Edward Böhmer studiert Gesundheitsmanagement in Potsdam und arbeitet beim SC Hoyerswerda. Der Kamenzer ist selbst Fußballer und trainiert ehrenamtlich die Frauen des Thonberger SC.
Paul-Edward Böhmer studiert Gesundheitsmanagement in Potsdam und arbeitet beim SC Hoyerswerda. Der Kamenzer ist selbst Fußballer und trainiert ehrenamtlich die Frauen des Thonberger SC. FOTO: Sascha Klein / LR
Hoyerswerda . Ein junger Kamenzer soll dem SC Hoyerswerda durch sein Studium neue Inhalte erschließen und den Verein breiter aufstellen. Von Sascha Klein

Paul-Edward Böhmer geht durch die VBH-Arena zum Geräteraum und legt die Utensilien für den nächsten Kurs bereit. Das ist eine der vielen Aufgaben des 24-Jährigen. Allein dafür ist er jedoch nicht beim SC Hoyerswerda. Doch das Vorbereiten und Halten von Kursen ist eines der praktischen Elemente. Eines der theoretischen ist die Arbeit am Computer. Statistik heißt das Zauberwort – auch für einen Sportverein ist das extrem wichtig. Der Kamenzer ist der neue Student in Reihen des größten Sportclubs der Stadt. Und ein besonderer: Er ist der erste beim SC, der an der Fachhochschule für Sport und Management in Potsdam studiert. Seine Mission: Er soll als Student für Gesundheitsmanagement auch neue Impulse für den SC liefern und perspektivisch vielleicht den einen oder anderen Kurs übernehmen.

Beim SC Hoyerswerda hat der 24-Jährige bereits etwas hineinschnuppern können. Seit Mai ist er Praktikant im Verein gewesen, war beim VBH-Silbersee-Beachvolleyball-Turnier und beim Hoywoj-Citylauf Teil des Orga-Teams. Nun arbeitet er als Student weiter. Der Kamenzer ist seit 16 Jahren Fußballer. Bis vor einigen Jahren wollte er auf die Sportschule nach Dresden, Cottbus oder Chemnitz. Er spielte bei Einheit Kamenz und hatte große Pläne. Doch eine chronische Verletzung hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Fußball liebt er trotzdem weiter. Beim Thonberger SC spielt Paul-Edward Böhmer in der Kreisklasse und trainiert nebenbei noch die Kreisliga-Damen des Vereins.

Direkt hat er den Weg Richtung sportliches Studium nicht eingeschlagen. Bei einem deutschlandweit tätigen Finanzvertrieb ist er zunächst angestellt gewesen, um dann festzustellen: „Mir fehlt das Verkäufer-Gen“, sagt er. Also hat sich der Kamenzer noch einmal umorientiert. Zunächst hatte er Sportmanagement studieren wollen, habe sich dann jedoch überzeugen lassen, eher die Gesundheitsrichtung einzuschlagen. Für den Sportclub ist das ein günstiger Umstand: „Dieser Studiengang schließt den aktiven Sport mit ein“, sagt Vereinsmanagerin Sandrina Heise. „Der Faktor Gesundheit wird auch bei uns immer wichtiger.“ Paul-Edward Böhmer wird nun regelmäßig vier Wochen in Hoyerswerda sein und eine in Potsdam. In der Fachrichtung Gesundheitsmanagement studieren dort zurzeit neun Personen.

In einem eigenen Projekt soll Paul-Edward Böhmer nun in den kommenden Monaten zeigen, wie wertvoll er für den Sportclub Hoyerswerda in Theorie und Praxis sein kann. Wie Sandrina Heise betont, wird der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ab dem kommenden Jahr sein Lizenzsystem anpassen. Wer bestimmte Kurse leiten will, brauchte auch bisher bestimmte Lizenzen. Diese wurden von Ladessportbünden und Fachverbänden vergeben und verlängert. Bisher war das laut Sandrina Heise für Sportvereine überschaubar. Lizenzen der Übungsleiter laufen je nach Gültigkeitsdauer immer am Jahresende aus. In Zukunft soll das jedoch variabel sein, quartalsweise endlich, abhängig vom Quartal in dem die zur Verlängerung nötige Weiterbildung besucht und zur Lizenzverlängerung eingereicht wurde. Grundsätzlich werden Lizenzen nur noch vom DOSB zentral ausgestellt und verlängert.

Für die Sportvereine bedeutet das einen deutlichen Mehraufwand. Es gilt zu verhindern, dass Lizenzen auslaufen und dann ganz neu erworben werden müssen anstatt sie nur mittels Weiterbildung verlängern zu lassen. Das wird Teil der Management-Aufgabe des angehenden Gesundheitsmanagers Böhmer. Das bedeutet: Er wird viele Stunden beim SC Hoyerswerda vor dem Computer sitzen und Datensätze pflegen. Als sportlichen Ausgleich hat er am Wochenende den Fußball – und der SC die Hoffnung, dass er einen Sportkurs übernimmt.