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| 01:09 Uhr

Neuer Rekord beim Zampern

Landkreis.. Was am vergangenen Samstag in den Dörfern von Driewitz über Weißkollm und Burgneudorf bis Tätzschwitz los war, übertraf alle Erwartungen. Närrische Heerscharen blockierten die Eingänge der Dörfer und zwangen Autofahrer zum Anhalten. In 18 Dörfern rund um Hoyerswerda waren die Karnevalisten am Wochenende in bunter Verkleidung unterwegs. Doch Zampern läuft nicht überall gleich. Denn jedes Dorf hat seine eigenen kleinen Besonderheiten in der Tradition. Von Martin Kasper

In Burg waren die Jüngsten unterwegs und hauchten dem alten sorbischen Brauch so neues Leben ein. In Burghammer blockierten jugendliche Soldaten die winterliche Straße und kassierten herannahende Autofahrer ordentlich ab. In Lohsa beteiligten sich alle Generationen am närrischen Geldeintreiben. Die Einwohner warteten bereits auf die Erbsensuppe aus der Gulaschkanone, schmackhafte Plinse und Pfannkuchen.
In Driewitz kam am Abend der Bürgermeister persönlich in die Zamperschänke und spendierte ein Fass Bier. Das eingenommene Geld wird im Dorf für gute Zwecke verwendet - zum Beispiel hilft es bei der Finanzierung von Dorf-, Fischer-, Kinder- und Lichterfest sowie in der Seniorenbetreuung und beim Feuerwehrwettkampf.
Mit mehr als 60 Zamperern hatte Weißkollm die stärkste Mannschaft aufzuweisen. Mit im Gewühl: Schornsteinfeger, Eierfrau, und Bonbonfrau. Im Ort hat man bereits reichlich Zamper-Erfahrung. Seit den 70er-Jahren gehen die Narren dort am Wochenende vor Rosenmontag auf die Straße.
In Burg waren diesmal die Schulkinder unterwegs. Am kommenden Wochenende sind dann die Erwachsenen an der Reihe.
Peter Frey aus Burghammer hatte zum gemütlichen Beisammensein am Samstagabend eingeladen. Traditionell geben die Zamperer dort die Getränke aus. Dafür bringt jeder, der mitfeiern will, etwas zum Essen mit.
Reichlich für den Magen gab es auch in Burgneudorf. Dort wurde noch am Zamperabend ein Eieressen veranstaltet. Das eingesammelte Geld wird für kulturelle Veranstaltungen ausgegeben.
Die Bergener Zamperkinder erhalten eine Pizza oder einen Kinogutschein. Die Eier werden nächste Woche zu Plinsen oder Rühreier verarbeitet.
Neuwiese zählte 50 Zamperer und sechs Blasmusikanten aus Königswartha. Helmut Matsch und Heinz Nowotnick, beide Straußmänner nach sorbischen Brauch und jahrelange Kassierer, erzählten, dass am Abend das ganze Dorf feiert. Speisen und Getränke sind dabei gratis.
In Bröthen tanzten die drei Straußmänner, Johannes Kasper, Rainer Boch und Willi Kossack, abwechselnd so wie es sich gehört nach sorbischer Überlieferung und Brauch, mit jeder Hausfrau nach den Klängen der Bröthener Blasmusikanten. Danach wurde noch ein Schnäpschen mit ihr getrunken. Nach einem Obolus in die Hauptkasse wurden die Hausbewohner zum abendlichen Faschingstanz ins Bürgerhaus eingeladen. Bier und alkoholfreie Getränke sowie Essen sind umsonst. Neben dem Igel Gerhard Pasora und der Eierguste (Werner Schmaler) gab es beim Zamperzug im Hoyerswerdaer Ortsteil auch die sieben Zwerge und die Wikinger zu bestaunen. Außerdem hatte Bröthen mit 2,39 Metern den längsten Mann zu bieten.