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| 19:28 Uhr

Awo-MediCare eröffnet
Pflegezentrum für Generationen

 Tag der offenen Tür im MediCare-Zentrum: Eckhard Meier testet die Ruheräume der Awo-Pflegestation auf ihre Gemütlichkeit.
Tag der offenen Tür im MediCare-Zentrum: Eckhard Meier testet die Ruheräume der Awo-Pflegestation auf ihre Gemütlichkeit. FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. Die Awo-MediCare-Türen sind geöffnet. Pflegestation, Arztpraxen und Wohnungen versprechen „Wohlfahrt“ unter einem Dach. Von Anja Hummel

„Und hier kann ich mich gleich massieren lassen?“, fragt Eckhard Meier und zeigt auf einen großen Sessel. „Nein, also massieren kann der nicht“, antwortet ihm Andrea Müller. Die Pflegeleiterin führt eine Gruppe von Senioren durch die Ruheräume. Eckhard Meier testet den Sessel. „Find ich in Ordnung“, sagt der 79-Jährige. Er ist einer der zahlreichen Gäste am Tag der offenen Tür. Die Arbeiterwohlfahrt präsentiert das nagelneue MediCare-Zentrum in der Thomas-Müntzer-Straße. Es steht seit wenigen Wochen in der Lücke zwischen der Seniorenwohnanlage und dem ebenfalls von der Awo betriebenen Asylbewerberheim.

Rückblick: Im Sommer 2017 wurde der erste Spaten in den Boden gerammt, sieben Monate später Richtfest gefeiert. Was längst vor Baustart klar war: „In das neue Gebäude werden die ambulante Tagespflege und unsere Sozialstation einziehen“, erklärte Awo-Chef Torsten Ruban-Zeh schon im Sommer vor anderthalb Jahren. Die Tagespflege wurde von bisher zwölf auf 20 Plätze aufgestockt und die Mitarbeiter der Sozialstation können sich über bessere Bedingungen freuen, „die dringend notwendig sind“, so der Awo-Chef. Während die untere Etage in Awo-Hand ist, sind in der zweiten Etage die Doktoren anzutreffen: Matthias Jochmann ist mit seiner gynäkologischen Praxisklinik aus dem Klinikum umgezogen. Die Nachbarin ist Kinderärztin Ramona Schwibs. Beide Praxen sind ab sofort geöffnet. Noch eine Etage darüber sind drei Wohnungen entstanden. „Das Haus ist für Kinder, Frauen, Senioren, für jedermann. Die Generationen müssen zusammenstehen und dieses Gebäude ist ein Zeichen dafür“, sagt Ramona Schwib, die ihre kleinen Patienten seit gut zwei Wochen am neuen Standort empfängt.

Feierlich empfangen hat auch Awo-Geschäftsführer Torsten Ruban-Zeh zahlreiche Gäste. Staatssekretär Stefan Brangs, Oberbürgermeister Stefan Skora und viele andere bekannte Gesichter der Stadt haben auf das „Haus der modernen Wohlfahrt“, wie Ruban-Zeh den Komplex bezeichnet, angestoßen. Auch dabei: Bautzens Vizelandrat Udo Witschas. „Es gibt in den nächsten Jahren viel zu lösen und die Awo ist lösungsorientiert“, sagt er im Hinblick auf die demografischen Entwicklungen. In 25 Jahren, so Witschas, gebe es laut Prognosen 70 Prozent mehr Pflegebedürftige als heute.

Awo-Geschäftsführer Torsten Ruban-Zeh hat in den vergangenen Jahren nie einen Hehl daraus gemacht, dass der Hoyerswerdaer Stadtteil im WK IX, durch den ja immerhin auch noch eine der Hauptzufahrten in Richtung Klinikum führt, für ihn Potenzial hat und die Awo ihre Dienstleistungen an diesem Standort erweitern wird. Mehr als 220 Arbeitsplätze sichert der Verband der freien Wohlfahrtspflege schon jetzt im nahen Umfeld.

Nach dem Millionenprojekt ist vor dem Millionenprojekt: Der Awo-Kreisverband Lausitz will in der Heinrich-Mann-Straße in diesem Jahr eine Pflegeeinrichtung mit 71 Betten bauen lassen. Kostenrahmen: 9,2 Millionen Euro. Die Awo hat das 4200 Quadratmeter große Grundstück von Großvermieter Lebensräume Hoyerswerda erworben. Es liegt direkt hinter dem Kiefernhaag. In dem Komplex wird auch eine Arztpraxis Platz finden. Mithilfe einer Systembaufirma, die fertige Bauteile anliefert, soll der Bau schneller gehen. Gewünschter Einweihungstermin: Frühjahr 2021. „Dafür suchen wir noch einen Namen“, kündigt Torsten Ruban-Zeh an. Denn Begriffe wie Altenzentrum seien mittlerweile mehr als unpassend.