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Neuer "historischer" Backofen im Test

Backofenkonstrukteur Gerhard Schmaler wirft einen ersten prüfenden Blick auf die Buchweizengrütze.
Backofenkonstrukteur Gerhard Schmaler wirft einen ersten prüfenden Blick auf die Buchweizengrütze. FOTO: amz1
Tätzschwitz. Rund ein halbes Jahr ist in der Tätzschwitzer Ortsmitte gehämmert, gemauert und geschraubt worden. Am Erntedanksonntag wurde nun schließlich der neue Backofen neben der Heimatstube ausprobiert. amz1

Und zwar mit mehreren Gefäßen voller Buchweizengrütze. Diese sollte im Ofen gebacken werden. Allerdings gab es anfangs Probleme mit der erforderlichen Temperatur. "200 Grad waren wohl etwas zu viel, 150 machen es auch", erklärte Martina Petschick, Vorsitzende des Heimatstuben-Vereins.

Gerhard Schmaler, der "Chefkonstrukteur" des Ofens, öffnete öfter dessen Klappe und schaute nach, was die Grütze darin so trieb. Meist holte der Elektriker jemanden zum Begutachten heran. Beispielsweise Joachim und Helene Mittig. "Ist noch nicht durch", beurteilte Helene Mittig. Die Tätzschwitzerin muss es wissen. Schließlich kam früher in ihrer Familie oft gebackene Buchweizengrütze auf den Tisch. "Die wurde dann mit Rindfleisch und Meerrettich serviert", erinnerte sich die Seniorin. Das Gericht sei auch typisch für Hochzeitsfeiern in der mittleren Lausitz gewesen.

Richtig starten solle der neue Tätzschwitzer Backofen indes erst im kommenden April, kündigt Martina Petschick an. Dann könnte es ein Backofenfest geben. Über den Winter gebe es noch jede Menge Arbeit. Schließlich sei geplant, im Ofen neben der Grütze auch Brot, Kuchen und weitere Speisen zuzubereiten. Dafür müssen die Vereinsmitglieder aber noch einige Erfahrungen sammeln, die heute mit solchen alten Öfen kaum noch vorhanden sind.

Gerhard Schmaler hat jedenfalls den ersten Backofen seines Lebens errichtet. Das ganze Dorf habe mitgeholfen, zumeist durch die Bereitstellung von Baumaterial. Warum der Probebetrieb ausgerechnet mit der eher herb schmeckenden Buchweizengrütze begonnen wurde, erklärte Martina Petschick so: "Dieses Gewächs kommt seit jeher mit unseren sehr armen Böden gut zurecht. Es handelt sich also um eine typische Lausitzer Nahrungspflanze."

In den kommenden Jahren sollen rund um die Tätzschwitzer Heimatstube noch weitere neue Attraktionen entstehen. Erst kürzlich war zum ersten Mal der "Kürbiskönig" gekrönt worden.