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| 15:27 Uhr

Kommunalpolitik in Lauta
Neuer Anlauf für ein altes Anliegen

Lauta. Lautas Stadträte tendieren zur Straßenumbenennung. 41 Straßen könnten umbenannt werden. Über 800 Anwohner wären betroffen. Von Anja Guhlan

Seit der Eingemeindung von Laubusch im Jahr 2001 und von Leippe und Torno im Jahr 2007 gibt es in Lauta Straßennamen doppelt und dreifach. Anwohner dieser Straßen beklagen Probleme bei der Zustellung von Post und fordern eine Umbenennung. So wie während einer Bürgersprechstunde im Jahr 2013 Frank Richter aus der Parkstraße in Laubusch. Tatsächlich gibt es eine Parkstraße auch in Lauta. Beide tragen dieselbe Postleitzahl. Richter fordert eine Umbenennung beispielsweise in Parkallee. Doch damals sperrte sich die Stadt dagegen. Wie der damalige Bürgermeister Hellfried Ruhland erläuterte, seien die Kosten viel zu hoch. Es müsste nicht nur die amtliche Umbenennung bezahlt werden sowie die Straßenschilder, sondern auch jede einzelne Leistung der Anwohner, wie neue Adressschilder oder Ummeldungen bei Ämtern.

Nun hat der amtierende Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) einen neuen Anlauf genommen, um das alte Problem zu beheben. Er möchte dass jeder Straßenname nur noch einmal im gesamten Stadtgebiet vorkommt.

41 Namen sind bislang mehr als einmal vergeben. Die meisten Schwierigkeiten gibt es bei der Postzustellung. Da durch die Zustelldienste keine Lesung der Ortsteile erfolgt, kommt es immer wieder zu falschen Zustellungen. Auch die Integrierte Regionalleitstelle Ostsachsen empfiehlt die Umbenennung, um Verwechslungsgefahren auszu-schließen. Es wären 821 Einwohner und 47 Gewerbebetriebe betroffen. Besonders Torno müsste hart einstecken, denn dort sollen elf Straßennamen verändert werden.

Die Kosten für die Umbenennung belaufen sich laut der Stadtverwaltung auf rund 30 000 Euro. Dabei werden 4000 Euro für die neuen Straßenschilder und das Wechseln einkalkuliert. Weitere 5000 Euro sind für die Dienstleistungskosten der EDV eingeplant. Personalkosten für die Aufgabenbewältigung mit einem Arbeitsstundenumfang von etwa 450 Stunden werden auf circa 20 000 Euro geschätzt.

„Für den betroffenen Bürger entstehen lediglich bei der Ummeldung der Kraftfahrzeuge Kosten in Höhe von 60 Cent“, sagt Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke, in dessen Ressort die Aufgabe fällt. Die Änderungen in Personalausweis, Reisepass und Grundbuch seien kostenlos. Private Ummeldekosten können laut Persicke nicht beziffert werden, können aber in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

In der Trendabstimmung in der jüngsten gemeinsamen Ausschusssitzung stimmten acht Räte schließlich für das Vorhaben, sieben enthielten sich und ein Rat stimmte dagegen. Für Karl-Heinz Löffler (Bürgerbewegung) ist die Umbenennung zu kostenintensiv. Vor allem werde der meiste Aufwand auf die Bürger abgewälzt. „So trifft es die Gewerbetreibenden wohl am härtesten. Denn bei ihnen müssen vor allem alle Werbemittel geändert werden“, so Anke Renner, die in der Lautaer Nordstraße das Café Martha betreibt. Doch um die alte Problematik endlich aus der Welt zu schaffen, würde auch sie dieses Verfahren auf sich nehmen.

Für Bodenleger Frank Jakobitz in der Lautaer Nordstraße liegen die Kosten wohl im Rahmen, dennoch würde er gerne aus geschichtlicher und kultureller Sicht die Nordstraße bei ihrem Namen belassen. Hagen Rösch von der Proschimer Landfleischerei, die eine Filiale in der Friedensstraße in Torno betreibt, findet diesen Namen ziemlich gut und wollte gleich erfahren, wie denn der neue lauten würde. Das sollen laut der Stadtverwaltung die betroffenen Bürger selbst per Stimmzettel mit drei vorgegebenen Varianten bestimmen können. „Vor dem Hintergrund, dass wohl stets Verwechslungen durch die doppelte oder dreifache Benennung auf engstem Raum vorkommen, finde ich das Verfahren folgerichtig. Der Aufwand für das Ändern ist bei unserem Unternehmen überschaubar, so Rösch.

Am Montag, 18.Juni, 18 Uhr, soll im nächsten Stadtrat im Kulturhaus in Torno eine Entscheidung gefällt werden.