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Neue Zweigstelle wird eröffnet

Max Riedel und Michael Lisetzki werden an der Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe zum Notfallsanitäter ausgebildet. Beim Tag der offenen Tür demonstrierten sie ihre Arbeit an einem elektronischen Simulator.
Max Riedel und Michael Lisetzki werden an der Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe zum Notfallsanitäter ausgebildet. Beim Tag der offenen Tür demonstrierten sie ihre Arbeit an einem elektronischen Simulator. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Die Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe Hoyerswerda hat am vergangenen Samstag wieder ihre Ausbildungsberufe bei einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Und die Einrichtung konnte sich über mangelndes Interesse nicht beklagen. Katrin Demczenko / dcz1

Ergotherapeut wollen viele Jugendliche werden, sagte Schulleiterin Evelyn Naupert - und der Bedarf an Fachkräften ist hoch. Dieser Entwicklung trägt die Bildungsstätte Rechnung und eröffnet im September ihre erste Zweigstelle in Bischofswerda. Dort werden zwei Klassen mit je 15 Ausbildungsplätzen zum Ergo- und Physiotherapeuten ausgebildet, für die jetzt eine Bewerbung möglich ist. In Hoyerswerda war die Aufnahme der jungen Leute aus räumlichen Gründen nicht realisierbar, erklärte Evelyn Naupert.

Die Leiterin dieses Fachbereichs Ergotherapie Sandra Baumann bildet gern Realschüler mit guten Noten aus, die handwerklich begabt sind. "Wir arbeiten mit erkrankten Menschen vom Kind bis zum Senior", erklärte die Auszubildende Franziska Hauptmann beispielsweise einer Neuntklässlerin. Neben medizinischen Kenntnissen in Orthopädie, Onkologie und anderen Bereichen werden das Stricken, Peddigrohrflechten sowie die Arbeit mit Ton und Holz gelehrt. Der Ergotherapeut leitet den Patienten im Umgang mit den Materialien an und fördert seine motorischen und geistigen Fähigkeiten. Nach der Behandlung soll er im Alltag gegebenenfalls mit Prothesen oder dem Rollstuhl umgehen und sich selbst versorgen können, beschrieb Franziska Hauptmann das Ziel ihrer Tätigkeit.

Bei den Notfallsanitätern wurde es plötzlich ernst, denn die Auszubildende Mandy Suetovius musste plötzlich zu einem echten Einsatz. Sie behandelte das Nasenbluten eines Dozenten, eine einfache Aufgabe, die zu ihrem Berufsbild gehört. Max Riedel und Michael Lisetzki aus dem zweiten Lehrjahr übten am elektronischen Simulator, einer Puppe, die Behandlung des Krankheitsbildes AV-Block dritten Grades. Ihr Fachbereichsleiter André Nowusch hatte diese Aufgabe am Handgerät eingegeben und erklärte, dass "bei dem ,Patienten' das Herz zu langsam schlägt". Die Schüler zeigten, wie mit dem EKG-Gerät eine externe Schrittmachertherapie ausgeführt wird.

Die dreijährige Notfallsanitäter-Ausbildung findet in der Bildungsstätte für Medizinal- und Sozialberufe und in Rettungswachen sowie Krankenhäusern von Hoyerswerda bis Görlitz und Radeberg statt, erläuterte André Nowusch. Aus diesem Einzugsbereich kommen auch seiner Schüler. Doch nicht nur Notfallsanitäter werden in Hoyerswerda ausgebildet. Bis 2014 hieß der Beruf Rettungsassistent und die Lehre dauerte nur zwei Jahre. Jetzt müssen alle Rettungsassistenten, die erst nach dem Jahr 2020 in Rente gehen, eine Weiterbildung mit Ergänzungsprüfung absolvieren, so bestimmte es der Gesetzgeber. Die Hoyerswerdaer Schule ist an der Erfüllung dieser Aufgabe beteiligt. Die Arbeitgeber finanzieren den Lehrgang und holen sich das Geld von den Krankenkassen zurück, erklärte der Geschäftsführer der BMS Maik Weise. Leider wird aus diesem Ausbildungsbudget der Krankenkassen auch die Notfallsanitäterausbildung bezahlt, so dass die Rettungswachen und Krankenhäuser entscheiden müssen, ob jemand weitergebildet oder neu ausgebildet wird. Das ist aus der Sicht der Arbeitgeber eine eher nicht befriedigende Situation, findet Maik Weise.