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| 13:48 Uhr

Bautzen
Bombardier will sich auch nach Westen öffnen

Rein optisch führt die Westzufahrt zum Bautzener Bombardier-Werk schon jetzt ins „Nichts“, doch dieser Eindruck täuscht gewaltig.
Rein optisch führt die Westzufahrt zum Bautzener Bombardier-Werk schon jetzt ins „Nichts“, doch dieser Eindruck täuscht gewaltig. FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. Ost-Zufahrt zum Bautzener Werk soll bald durch eine West-Zufahrt ergänzt werden. Diese ist für die Werkslogistik dringend nötig. Von Uwe Menschner

Die Serie der guten Nachrichten für das Bautzener Bombardier-Werk reißt nicht ab. Kaum dass die neue, hochmoderne Fertigungshalle eingeweiht und ein Großauftrag aus Österreich unter Dach und Fach gebracht wurde (RUNDSCHAU berichtete jeweils), hat jetzt auch der Stadtrat seinen Beitrag zur freudigen Stimmung geleistet. Die Abgeordneten beschlossen, eine zweite für Schwerlasttransporte geeignete Zufahrt zum Betrieb zu errichten. Dafür soll die bereits von Anfang an vorhandene, zuletzt aber nur noch für Fußgänger und Fahrzeuge des Rettungsdienstes nutzbare Spreebrücke auf der Westseite des Bombardier-Standortes ertüchtigt werden.

Für die Finanzierung des Vorhabens stehen die Signale ebenfalls auf Grün: So hat der Freistaat Sachsen bereits eine Förderzusage in Höhe von eta zwei Millionen Euro gegeben. 635 000 Euro gibt die Stadt Bautzen als Baulastträger dazu.

Bombardier selbst sieht die Errichtung des zweiten Zufahrtsweges als dringend erforderlich an. „Die Zufahrt Ost über die Fabrikstraße erreicht durch die Neuausrichtung des Standortes ihre Kapazitätsgrenze. Entsprechend ist eine Verkehrsentlastung notwendig, um die Anlieger und den dort gelegenen Kindergarten vor unzumutbarer Lärm- und Verkehrsbelästigung zu schützen“, nennt Pressesprecher Andreas Dienemann den Hauptgrund. Und weiter: „Um den gestiegenen logistischen Anforderungen des Standortes Rechnung zu tragen, muss die neue Brücke Sattellastzüge mit einem Gewicht von bis zu 40 Tonnen tragen können.“

Mit der Brücke allein ist es jedoch nicht getan. Auch die bislang noch namenlose Zufahrt, die kurz hinter der Kreuzung der vor fünf Jahren in Betrieb genommenen Westtangente mit der Neustädter Straße in Richtung Bombardier-Werk abzweigt, bedarf einer grundlegenden Erneuerung. Laut Beschlussvorlage muss sie auf einer Länge von 400 Metern von derzeit 4,60 auf 5,50 Meter verbreitert werden.

Auch eine – bislang nicht vorhandene – Straßenbeleuchtung ist vorgesehen. Um einen Lkw-Begegnungsverkehr zu gewährleisten, sind Ausweichstellen geplant. Zum Planungsumfang zählt weiterhin ein einseitiger Geh- und Radweg, der allerdings noch als optional bezeichnet wird. Die Brücke selbst soll auf 5,20 Meter, davon 4,40 Meter reine Fahrbahnbreite, erweitert werden und einem 100-jährigen Hochwasser der Spree Stand halten. Mit einer geplanten Tragfähigkeit von 44 Tonnen eignet sie sich auch für den Abtransport der fertigen Waggons.

Allerdings gibt es in Bautzen auch skeptische Stimmen zu dem Vorhaben, die befürchten, die mit Steuergeldern finanzierte neue Zufahrt würde im Falle einer noch immer nicht ganz auszuschließenden späteren Werksschließung ins „Nichts“ führen. Diesen Überlegungen widerspricht Bombardier-Sprecher Andreas Dienemann: „Die 30-Millionen-Euro-Investition in den Standort ist ein starkes Argument für eine gute und sichere Zukunft des Werkes.“