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Neue Sell-Ausstellung lockt ins Klinikum

Gundula Sell (l.), die Tochter von Lothar Sell, sowie Chefärztin Michaela Stöckel als auch Martin Schmidt vom Hoyerswerdaer Kunstverein betrachten gemeinsam noch mal die Ausstellung.
Gundula Sell (l.), die Tochter von Lothar Sell, sowie Chefärztin Michaela Stöckel als auch Martin Schmidt vom Hoyerswerdaer Kunstverein betrachten gemeinsam noch mal die Ausstellung. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Hoyerswerda. In der nunmehr dritten Kunstausstellung, die der Kunstverein in Hoyerswerda gemeinsam mit dem Seenland Klinikum organisiert hat, werden mittels Illustrationen und Zeichnungen die Lebensfacetten des Meißener Künstlers Lothar Sell gezeigt. Der gelernte Grafiker hat auch in Hoyerswerda eine große Fangemeinde. Anja Guhlan / ang1

Lothar Sells Kunst ist zum einen ein Ausdruck von Lebendigkeit und Sinnlichkeit, anderseits steckt in seiner Kunst eine gesamte Dichte und auch die Widersprüchlichkeit des Lebens selbst. Bei genauerem Hinschauen können das die Besucher auch in den 54 ausgestellten Illustrationen, Holzschnitten und auch Zeichnungen erkennen. Seine Werke wirken vielfältig und eindrucksvoll. Läuft der Besucher durch die zwei Gänge der geriatrischen Tagesklinik, kann er Lebensfacetten des Künstlers entdecken. So verrät die Radierung "Schwangere" aus dem Jahr 1963 mehr über Sells Blick auf seine Frau. Die Illustrationen zu Grimms Märchen oder zu den Büchern von Strittmatter, Gorki oder Bobrowski erzählen mehr über seine Lebensstation als Buchillustrator.

Damit die Besucher noch mehr über die Person Lothar Sell erfahren konnten, haben es der Kunstverein und das Klinikum geschafft, seine Tochter Gundula Sell zur Ausstellungseröffnung zu holen. Die Schriftstellerin aus Meißen erzählte wie in einer Plauderei aus dem Leben ihres Vaters: authentisch, mit Anekdoten zum Schmunzeln und immer aufrichtig. "Mein Vater bezeichnete sich oft als jemand vom Lande. Er liebte es zu zeichnen, und war stets mit Eifer dabei. In jungen Jahren wollte er Kunstmaler werden. Er sträubte sich, in die Landwirtschaft zu gehen. Er konnte manchmal sehr widerborstig sein", erzählt Gundula Sell.

Die Besucher sind beeindruckt von den gezeigten Kunstwerken der Ausstellung. "Die Ausstellung finde ich sehr gut. Ich kannte Lothar Sell noch persönlich und mit dieser Ausstellung werden wahrlich viele Erinnerungen wieder wach", sagt Gertraude Höchstädt aus Spohla. Und auch Michael Renner aus Hoyerswerda zeigt sich begeistert: " Lothar Sell war zu DDR-Zeiten ein bekannter Künstler. Auch ich zähle zu seiner Fangemeinde. Es ist schön, dass auch in Hoyerswerda die Werke dieses Künstlers wieder mal gezeigt werden. Ich finde das sehr verdienstvoll vom engagierten Kunstverein."

Zum Thema:
Die Ausstellung "Fabulieren in Farbe" mit den Werken von Lothar Sell in der geriatrischen Tagesklinik ist noch bis zum 7. November zu besichtigen. Besichtigungen können werktags mit einer Voranmeldung durchgeführt werden. Am Dienstag, den 7. November, sollen um 17 Uhr in der Finissage nochmals die Werke von Lothar Sell mit längeren Lesungen gebührend geehrt werden.