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Neue Reptilien und neue Vögel im Hoyerswerda Zoo

Hoyerswerda. Jede Menge Neuigkeiten gibt es mal wieder aus dem Zoo Hoyerswerda. Neue Reptilien und neue Vögel sind dort eingezogen. Die Tier-Austauschprogramme zwischen den europäischen Zoos machen es möglich, dass Zoofreunde in der Lausitz immer mal wieder neue Entdeckungen machen können. Catrin Würz

Das ist seit dieser Woche zum Beispiel auch im begehbaren Gehege bei den Bennett-Kängurus möglich. Dort ist die Emu-Henne Hilde eingezogen, eine sehr kontaktfreudige Laufvogel-Dame, die ohne Scheu auf Besucher zugeht. "Ich bin regelrecht ein bisschen verliebt. Hilde will immerzu kuscheln", sagt Eugène Bruins lachend über die neue Attraktion im Hoyerswerdaer Zoo.

Der 49-jährige Entomologe wird im Übrigen noch viel Zeit mit Hilde genießen können. Denn wie am Rande eines Pressetermins bekannt wurde, wird der Niederländer die Leitung des Zoos Hoyerswerda nun dauerhaft übernehmen. Seit genau einem Jahr ist Bruins ja als Interims-Zoochef während der Elternzeit von Dr. Kathrin Kaltwaßer im Amt. Noch ein halbes Jahr hätte diese Aufgabe auf Zeit gedauert. Jetzt wurde bekannt: Die frühere Zoo-Leiterin wird nicht nach Hoyerswerda zurückkehren und Eugéne Bruins übernimmt die fachliche Führung der Einrichtung nun komplett. "Ich freue mich sehr. Ich habe noch so viele Ideen, die ich hier verwirklichen möchte", sagte er auf Nachfrage der RUNDSCHAU.

Tierischen Neuzugang konnte der Zoo-Leiter vor allem in der Sparte der Reptilien präsentieren. Der junge Fidschileguan, der bislang einsam in seinem Terrarium gehockt hat, hat jetzt nun eine Partnerin. Ein grasgrünes Echsenmädchen ist aus dem Wiener Zoo nach Hoyerswerda gekommen. "Die Fidschileguane gehören zu den bedrohten Arten. Es gibt für sie in Europa ein spezielles Zuchtprogramm - und wir machen gerne mit", sagt Eugéne Bruins. Der Zoochef hofft nun, dass das ein Jahr alte Männchen die junge Dame erfolgreich bezirzen kann. Immerhin färbte sich seine grün gestreifte Schuppenhaut vor Aufregung schon mal viel dunkler, als Revierleiterin Anne Siegl ihm das Weibchen in sein Terrarium setzte.

Neu im Zoo sind auch drei junge Blauzungenskinks. Die schuppigen Kriechtiere mit den kurzen Beinen und einer tintenblauen Zunge sind in Australien beheimatet. Drei Jungtiere dieser Art hat der Zoo Neuwied für Hoyerswerda zur Verfügung gestellt.

Eigentlich wollte Zooleiter Eugéne Bruins diese Jungtiere im Terrarium der fünf jungen Kragenechsen ansiedeln. Die kleinen Echsen, die wie Mini-Dinosaurier aussehen und bei Gefahr oder Überraschung eine breite Halskrause hinter ihrem Kopf aufstellen, hatten aber etwas dagegen. Sie gingen mit steil aufgerichtetem Kragen sofort in Abwehrhaltung. So kommt es, dass die Blauzungen skinks jetzt bei der Bartagame im Nachbarterrarium wohnen.

Der Austausch von Tieren unter den Zoos in Europa dient vorwiegend der Zucht, wohl aber auch, um eine höhere Attraktivität der Einrichtungen zu erreichen. Aus dem Zoo Hoyerswerda wurden in der jüngeren Vergangenheit rund 200 Laubfrösche und zwei junge Kraniche an Zoos abgegeben.