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Neue Partner für die Zusak gesucht

Alf Wallner Geschäftsführer der Zusak in einem der Seminarräume.
Alf Wallner Geschäftsführer der Zusak in einem der Seminarräume. FOTO: Sven Scheffler
Hoyerswerda. "Lernen und Studieren" im Lausitzer Seenland heißt das Credo der Konrad Zuse Akademie Hoyerswerda: Gelernt werden kann hier bereits viel, nur studiert werden bisher noch nicht. Das soll sich jedoch in Zukunft ändern. Sven Scheffler

Lange Gänge, Seminarräume mit Tafeln und Projektoren, das Linoleum versprüht den Geruch einer Schule, Radio und Fernsehen sitzen gleich neben an. In dem Haus in der Schulstraße 15 in der Altstadt scheint alles bereit für wissbegierige Studenten, doch es herrscht Ruhe. "Wir hatten bereits für 2013 die Etablierung von Studiengängen in den Bereichen Kommunikation und Medien, Gesundheits- und Tourismuswirtschaft sowie Wissenstechnologie geplant", sagt Alf Wallner, Geschäftsführer der Konrad Zuse Akademie Hoyerswerda (Zusak). Die Kosten für solch ein Studium hätten rund 4000 Euro pro Jahr für die Studenten betragen.

Die Studiengänge sollten in Zusammenarbeit mit der Hochschule Mittweida verwirklicht werden. "Geplant war, dass die Studenten den Großteil des Studiums hier in Hoyerswerda absolvieren. Einzelne Lehrveranstaltungen und die Abschlussarbeit sollten dann an der Hochschule in Mittweida stattfinden", sagt Alf Wallner. Dezentrale Studienangebote sollen vor allem helfen, in stark nachgefragten Studiengängen Plätze für möglichst viele Bewerber zu bieten. "Solche Studiengänge unterliegen intensiven Qualitätskontrollen. Es müssen die Dozenten, die Ausrüstung und die Weiterentwicklung der Lehre stimmen", sagt Professor Gerhard Thiem, wissenschaftlicher Direktor an der Hochschule Mittweida. Durch solche Studienmodelle sollen Menschen, die bereits einen Beruf erlernt haben, zum Studium angeregt werden.

Diese Form des Studiums zwischen Hoyerswerda und Mittweida kam jedoch nicht zustande. "Dafür hat es unterschiedliche Gründe gegeben", sagt Alf Wallner. Hauptsächlich sei man sich über Details zum Studium nicht einig geworden. "Zudem kam es bei uns immer wieder zu Verzögerungen bei der Schaffung der technischen Voraussetzungen und wir konnten keine richtigen Bewerbungsphasen durchführen", sagt Alf Wallner. Ein paar Bewerber habe es aber trotzdem gegeben, denen dann wieder abgesagt werden musste. Anfang 2013 sei dann im gegenseitigen Einvernehmen die Kooperation mit Mittweida beendet worden. Seitdem ist die Zusak kein akkreditierter Hochschulstandort im dezentralen Hochschulsystem der Hochschule Mittweida mehr.

Da von 2010 bis 2012 keine Bewerberzahlen kamen, habe man sich an der Hochschule Anfang 2013 zur Kündigung des Vertrags entschlossen, sagt Professor Otto Altendorfer, der in Mittweida mit verantwortlich ist für die dezentralen Studiengänge. "Neben der Qualitätssicherung in der Lehre ist auch eine Mindestanzahl an Studierenden eine Voraussetzung für einen Studiengang. Die Zusak hat uns zu keiner Zeit Unterlagen für Studienbewerber vorgelegt", so Altendorfer. Eine Wiederaufnahme der vertraglichen Beziehungen sei nicht geplant.

Die Vorstellung von Hoyerswerda als Studienstandort hat Alf Wallner trotzdem noch nicht aufgegeben: "Wir suchen zurzeit nach anderen Partnern außerhalb von Sachsen." Darüber hinaus werde das ursprünglich geplante Studienangebot überarbeitet. "Wir wollen uns noch mehr an den Bedürfnissen der Region orientieren", sagt Wallner. Es seien also auch technisch orientierte Studiengänge möglich. Weiterhin soll an medienorientierten Studienfächern festgehalten werden, da Hoyerswerda mit Fernsehen, Radio und Zeitungen über eine hohe Mediendichte verfügt. Auch Gesundheit und Tourismus seien natürlich weiterhin Themen.

Zurzeit bietet die Zusak ausschließlich Weiterbildungen und Tagesseminare an wie zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen oder zum Bilanzbuchhalter. Aber auch Englischkurse finden sich im Angebot. "Wir versuchen auch, die Weiterbildungen auf den Bedarf in der Region abzustimmen. Die Englischkurse zum Beispiel eignen sich für Menschen, die im Tourismus beschäftigt sind", wirbt Wallner um Interessenten im Seenland.

Wann es die ersten Studenten in der Zuse-Stadt geben wird, das kann Alf Wallner noch nicht wirklich absehen: "Ich bin aber optimistisch, dass wir bis 2016 etwas bewegt haben und starten können."

Zum Thema:
Die Zusak wurde 2008 gegründet. Ziel der Zusak ist es, Bildungsangebote in Hoyerswerda und der Region zu etablieren. Bisher bietet die Zusak Weiterbildungen und Seminare an. Als berufliche Weiterbildung laufen demnächst beispielsweise Kurse zum Bilanzbuchhalter und Fachwirt im Gesundheitswesen an. Für den Fachwirt im Gesundheitswesen werden noch Bewerber angenommen. Die Abschlüsse, die die Zusak anbietet, werden von der IHK abgenommen. Voraussetzung für diese Art der Weiterbildung sind Berufsausbildung und -praxis. Die angebotenen Englischkurse werden von Muttersprachlern gegeben.