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Neue Oberschule kostet drei Millionen mehr

Im Grundriss und in den Mauern des denkmalgeschützten Konrad-Zuse-Gymnasiums soll die neue Oberschule entstehen. Die Grafik zeigt die beiden Hauptansichten von Nord-Ost und Süd-Westen.
Im Grundriss und in den Mauern des denkmalgeschützten Konrad-Zuse-Gymnasiums soll die neue Oberschule entstehen. Die Grafik zeigt die beiden Hauptansichten von Nord-Ost und Süd-Westen. FOTO: Arge Bauhoys & Gatas
Hoyerswerda. Wenn es eine neue Oberschule in Hoyerswerda geben soll – dann die bestmögliche. Eine Schule, die auf die Zukunft ausgerichtet ist, moderne Lernformen anbietet und auf all die Anforderungen und neuesten Erkenntnisse zeitgemäßer Pädagogik vorbereitet ist. Catrin Würz

Auf dieses Fazit haben sich gestern Abend die Hoyerswerdaer Stadträte geeinigt. Und sie haben auch die Konsequenz aus diesem Wollen gezogen: Mit übergroßer Mehrheit (bei zwei Stimmenthaltungen) stimmten die Stadträte dafür, dass der neue Anspruch eben auch Geld kostet.

Rund drei Millionen Euro teurer als noch vor einem Jahr geplant wird der Sanierungs- und Erweiterungsbau für die neue Oberschule im Wohnkomplex I nun werden. Als vor gut einem Jahr der Stadtrat den Grundsatzbeschluss zum Bau der Schule in den Mauern des denkmalgeschützten einstigen Konrad-Zuse-Gymnasiums fasste, ging die Kostenschätzung noch von 12,9 Millionen Euro für das erweiterte Schulgebäude und eine neue Zweifeld-Sporthalle aus. Diese Summe schloss jedoch für die dreizügig geplante Oberschule zunächst nur die bisher gängigen Raumkonzepte mit 18 Klassenräumen und Fachkabinetten ein.

Doch im März hatte ein eigens zu Rate gezogener Bildungsbeirat empfohlen, beim Schulbau auf zukunftsweisende moderne Raumkonzepte zu setzen, um neue inhaltliche Profile in der Schule zu ermöglichen. "Lernlandschaften schaffen" - so benannten es die Bildungsexperten - und regten Räume für Gruppen- und Projektunterricht, für Werkstätten und Kurse an. Bedacht werden müssen Flächen für den Unterricht "Deutsch als Zweitsprache", für die Weiterführung des Schulversuches "Produktives Lernen" von der Oberschule am Stadtrand und für das Thema Inklusion, das in den nächsten Jahren an sächsischen Schulen verstärkt eine Rolle spielen wird. Insgesamt 16 Millionen Euro wird nun der Bau einer solchen Schule kosten. Die Stadt hat von dieser Summe 5,8 Millionen Euro selbst zu tragen - rund 1,5 Millionen mehr als mit dem ersten Planungsentwurf.

"Das ist sicherlich ein Kraftakt", sagte Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) zu dieser finanziellen Herausforderung. "Aber wir investieren ja hier in die Zukunft unserer Stadt", erklärte er. Stadtrat Jens Retschke (CDU) sieht in der neuen Oberschule ebenfalls eine Leuchtturm-Wirkung, gab aber auch einen gewissen Zweifel zu bedenken. "Wir wissen ja nicht, wie weit sich die Kostenspirale noch nach oben drehen wird." Martin Schmidt (CDU) erinnerte ebenfalls an die Endlichkeit der städtischen Kasse und forderte eine vierteljährliche akribische Berichterstattung der Verwaltung zur Kostenentwicklung Oberschule vor dem Stadtrat.

Der Baubeginn für die neue Schule verzögert sich aufgrund der neuen Sachlage nun allerdings um ein halbes Jahr. Baustart soll nach dem neuen Plan nicht mehr in diesem Jahr, sondern erst im April 2018 sein. Im Februar 2020 soll das neue Schulgebäude dann nutzbar sein, ein halbes Jahr später auch die Turnhalle.