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| 02:43 Uhr

Neue Kirche in "2. sozialistischer Stadt"

Eva Vesper, Dorothea Gade und Barbara Kegel gestalten schon seit Wochen dieSchautafeln für die Ausstellung im King-Haus.
Eva Vesper, Dorothea Gade und Barbara Kegel gestalten schon seit Wochen dieSchautafeln für die Ausstellung im King-Haus. FOTO: dcz1
Hoyerswerda. Die Evangelische Gemeinde Hoyerswerda-Neustadt begeht in diesem Jahr den 50. Jahrestag ihrer Gründung. K. Demczenko/dcz1

Dazu wird es vom 6. bis 12. Juni eine Festwoche im Martin-Luther-King-Haus geben - mit einer Ausstellung über die Geschichte und vielen Veranstaltungen. Die Ausstellung mit Schautafeln will im Besonderen die Probleme kirchlicher Arbeit in der damals "zweiten sozialistischen Stadt der DDR" dokumentieren, sagt Pfarrerin Antje Kruse-Michel.

Mitte der 1960er-Jahre begann der Pfarrer Otto Freyer Menschen um sich zu sammeln, um der fortschreitenden Entchristianisierung in Hoyerswerda-Neustadt entgegenzuwirken, erzählt Pfarrerin Kruse-Michel. "Treppauf, treppab sind wir durch die Häuser gelaufen, um zu dem damals noch im Lutherhaus in der Altstadt stattfindenden Gemeindeleben einzuladen", erinnert sich auch Barbara Kegel, die damals in Hoyerswerda lebte. "Die Arbeit der Hauskreise begann in Wohnungen, was ohne das Vertrauen einiger Menschen nicht möglich gewesen wäre."

Am 1. Januar 1966 wurde die Evangelische Gemeinde Hoyerswerda-Neustadt gegründet und wenige Monate später hatte es der Gemeindepfarrer Freyer erreicht, dass die seit 1963 leerstehende Städtische Friedhofskapelle an der ehemaligen Bautzener Straße für 20 Jahre von den Christen der Neustadt genutzt werden durfte. Bis 1968 wurde das Gebäude ohne staatlich zugeteilte Baukapazitäten, aber mit finanzieller Unterstützung des evangelischen Gustaf-Adolf-Werks und viel freiwilliger Arbeit der Hoyerswerdaer Christen umgebaut. Daran erinnert sich der heute 67-jährige Manfred Herbst, der als Jugendlicher dabei war. "Das Mauerwerk wurde durchgesägt und mit dem Einlegen von Folie gegen aufsteigendes Grundwasser geschützt." Nach dem Entfernen der Kühlkammer für Leichen und dem Versetzen von Wänden sind Räume für die Christenlehre und Büros geschaffen worden. 1969 bekam das Haus den Namen "Dr. Martin Luther King". 1986 fügte es sich, dass das längst zu klein gewordene Gebäude einen Erweiterungsbau aus dem Sonderbauprogramm "Kirchen für neue Städte" erhalten konnte. Am 8. Oktober 1989 wurden der neue Kirchensaal und das Foyer unter reger Teilnahme der Bevölkerung eingeweiht, erzählt Barbara Kegel, die damals das Kreuz hatte hineintragen dürfen. Pfarrerin Kruse-Michel ergänzte, dass dieses Gotteshaus schon früher und bis heute auch viele kirchenferne Menschen besuchen, die willkommen sind.

Der 50. Geburtstag der jungen Kirchengemeinde wird mit einer Festwoche ab 6. Juni mit Konzerten, Ausstellungen, Filmvorführungen und einem Gemeindefest begangenen.