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Lausitzer Seenland
Neue Ideen für den Koschendamm

Der Geierswalder See mit dem markierten Koschendamm aus der Vogelperspektive.
Der Geierswalder See mit dem markierten Koschendamm aus der Vogelperspektive. FOTO: Peter Radke / LMBV / Zweckverband Lausitzer Se
Planer schlagen für den Koschendamm bei Geierswalde einen Mix aus Naturerlebnis und Action vor Von Catrin Würz

Naturpark und Aktivzone, Café-Schiff und Exklusivherbergen an der Nordspitze: Für ein Filetstück in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft haben die Planer jetzt ein Konzept mit Ideen für die künftige Nutzung und Besiedelung vorgelegt: Der Koschendamm, die Landzunge zwischen dem Geierswalder und dem Partwitzer See, soll damit in den Fokus privater Investoren rücken. „Mit dem Masterplan für den Koschendamm haben wir nun eine gute Diskussionsgrundlage für Investoren“, glaubt Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen.

Im vergangenen Jahr war die bergtechnische Sanierung auf der dem Geierswalder See zugewandten Uferseite durch die Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) abgeschlossen worden. Was nun tun damit? In einer Art „Leitfaden“ haben Landschaftsplaner die Potenziale und Möglichkeiten am Koschendamm unter die Lupe genommen. Mit Wasserskianlage oder Motocross-Strecke hatte es in der Vergangenheit schon immer mal einzelne Ideen für den Koschendamm gegeben. „Klar ist: Sie haben hier ein Sahnestückchen, eine sehr große zusammenhängende Fläche für die touristische Entwicklung. Wir empfehlen, weitere „nur hier“-Projekte zu etablieren“, sagt Ulrike Neumann vom Büro Neuland in Oppach.

Unter dem Begriff „Nur hier“-Projekte vereint die Landschaftsarchitektin solche Alleinstellungsmerkmale wie es sie am Geierswalder See mit dem Leuchtturm-Restaurant und den schwimmenden Häusern ja bereits gibt. Für den Koschendamm sollte ein Mix aus Aktiv-Erholung und Naturerlebnis ins Auge gefasst werden. Größtes Problem ist und bleibt: Die zu unterschiedlichen Zeiten geschütteten Flächen bedeuten auf jeden Fall einen hohen Aufwand bei der Erschließung und der Infrastruktur. Darüber ist sich auch die Gemeinde Elsterheide im Klaren, die mit dem Plan für den Koschendamm nun auch eine Art Leitfaden in den Händen hält, um Baurecht für die Uferflächen zu schaffen. „Für einen Bebauungsplan müssen wir aber auf jeden Fall etwa zwei Jahre einplanen“, sagt Matthias Müller vom Bauamt der Elsterheide.

Sinnvoll wäre laut Ulrike Neumann die touristische Entwicklung des Koschendamms in vier Zonen. Das größte Areal nimmt dabei der Naturpark ein. Für die bereits vorhandenen Naturschutzflächen mit Wäldern und einem Wegesystem sollte ein barrierefreier Rundweg für das ungehinderte Naturerlebnis geschaffen werden. Erholungssuchende können hier Ruhe und Landschaft genießen als Ausgleich zu den viel aktiveren Strandbereichen. Zum Ufer des Partwitzer Sees hin könnte der Naturpark mit einer schwimmenden Gastronomie in Form eines Café-Schiffs eine zusätzliche Attraktion bekommen.

Im Osten des Sees sind öffentliche Strandflächen mit drei Aktivzonen und Schiffsbereichen angedacht. Der Strand, der nach Südwesten ausgerichtet ist, wird einer der sonnenreichsten im ganzen Seenland sein. Wenn Klärchen scheint, dann liegt der Geierswalder Strand des Koschendamms quasi den ganzen Tag im Sonnenschein. Oberhalb der Böschung sind Flächen für Ferienhäuser im mittleren Preissegment ins Auge gefasst. Arbeitstitel „Urlaubsland Geierswalde“.

Neben dem mittleren Preissegment gäbe es auf dem Koschendamm nach Ansicht der Planer aber auch beste Voraussetzungen für eine Exklusiv-Anlage für Urlaub und Erholung im höheren Preissegment. Der geeignete Standort wäre an der Nordspitze des Koschendammes nahe dem Barbara-Kanal unter dem Begriff „Geierswalder Sonne“. So ein Areal in privater Entwicklung setze jedoch voraus: Die Intensität der touristischen Nutzung muss am Koschendammufer von Süden nach Norden abnehmen. Für den Exklusiv-Bereich sind ruhige Zonen unabdingbar.

Eine vierte Tourismus-Zone könnte ebenfalls im Norden der Landzunge – allerdings auf der Seite zum Partwitzer See – unter dem Titel „Kleinkunst und Hochkultur“ entstehen. „Dafür müsste ein Zugpferd, eine Attraktion von großem Interesse gefunden werden“, räumt Planerin Ulrike Neumann ein.

Dass es noch ein weiter Weg bis zu einem Urlaubsparadies auf dem Koschendamm ist, darüber sind sich alle Beteiligten im Klaren. Doch nun liegt ein erstes Werkzeug vor, um überhaupt anzufangen.