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Neue Gleise – neues Tempo

Endspurt auf der Bahnstrecke östlich von Hoyerswerda: Mitarbeiter der Willke GmbH montieren neue Schienen auf neuen Schwellen in konventioneller Bauweise vom Nachbargleis aus. Ab 7. Oktober werden beide Gleise in Betrieb gehen.
Endspurt auf der Bahnstrecke östlich von Hoyerswerda: Mitarbeiter der Willke GmbH montieren neue Schienen auf neuen Schwellen in konventioneller Bauweise vom Nachbargleis aus. Ab 7. Oktober werden beide Gleise in Betrieb gehen. FOTO: cw
Hoyerswerda. Die Deutsche Bahn nimmt in wenigen Tagen die Neubau-Strecke in Hoyerswerda in Betrieb. Nach der Sanierung rollen die Züge auf dem Bahndamm dann schneller. Davor wird gewarnt. Catrin Würz

Die Deutsche Bahn AG geht mit ihrer Großbaustelle im Stadtgebiet von Hoyerswerda jetzt in den Endspurt. Auf knapp zwei Kilometern wurde zwischen Bahnhof und dem Haltepunkt Neustadt seit Juni die zweigleisige Bahnstrecke komplett erneuert. Dafür war eine Vollsperrung der Strecke zwischen Hoyerswerda und Knappenrode nötig. Doch die Tage ohne Zugverkehr sind auf der Strecke jetzt gezählt. Ab 30. September geht zunächst ein Gleis und eine Woche später auch das zweite Gleis in Betrieb. "Dann rollt wieder der Güterverkehr über diese Gleise. Wir bitten alle Hoyerswerdaer, das zu beachten", kündigt Projektleiter Matthias Große von der DB Netze AG an. Auch die Schranken gehen dann wieder in Betrieb.

Die Warnung kommt nicht von ungefähr: Denn während der viermonatigen Bauarbeiten haben die Bahnmitarbeiter nicht selten beobachten müssen, dass Leute nah an den Gleisanlagen auftauchten oder sie sogar querten. "So ein Verhalten birgt ab jetzt Lebensgefahr", warnt Projektingenieur Große. Denn nach den Gleiserneuerungen wird sich ab Wiederinbetriebnahme nun auch die Geschwindigkeit der Züge erhöhen. Durften die Züge auf circa 650 Metern Bahndamm nahe der Hommelmühle bisher nur langsames Tempo fahren, weil die Tragfähigkeit des Bahndammes nicht ausreichte, gilt diese Beschränkung nach den Sanierungsarbeiten nicht mehr. Dann rollt der Zugverkehr mit Normaltempo 100 km/h auf den neuen Gleisen im Osten der Stadt.

Möglich wird dies, weil im Zuge der Gleiserneuerung auch der Bahndamm gesichert wurde. "In den Damm wurden Rüttelstopfsäulen eingebracht, die die Tragfähigkeit der Anlage erhöhen", erklärt Jan Richter, Bauleiter im von der Bahn beauftragten Bauunternehmen Willke GmbH. Der Bahndamm wies zuletzt zu weiche Bodenmengen auf für die Tonnenlast der Güterzüge. Deshalb war ein Maximaltempo von 50 km/h festgesetzt. Jetzt ist jedoch alles geheilt.

Auch die drei Brückenbauwerke auf der Strecke wurden im Rahmen der Gleiserneuerung instand gesetzt. An der Bahnbrücke über die Schwarze Elster stand dabei vor allem der Korrosionsschutz im Vordergrund. Drei neue Farbschichten wurden aufgebracht. Bei den kleineren Brücken über Wegequerungen ging es dagegen vor allem um die Abdichtung der Betonelemente, erklärt Projektleiter Matthias Große.

Bereits am heutigen Montag wird der seit zwei Wochen gesperrte Bahnübergang in der Karl-Liebknecht-Straße in Hoyerswerda zunächst für Radfahrer und Fußgänger wieder geöffnet. Dafür werden die Gleise mit provisorischen Bauelementen begehbar gemacht, kündigt die Bahn an. Zumindest für die Radfahrer und Fußgänger ist damit eine wichtige Wegebeziehung zwischen der Hoyerswerdaer Altstadt und dem Globus-Einkaufsmarkt wieder hergestellt. Fahrzeuge werden jedoch erst ab dem 7. Oktober wieder über den Bahnübergang rollen können.

Auf der Bahnstrecke in Richtung Osten werden von Hoyerswerda aus allerdings auch in den nächsten Monaten nur Güterzüge rollen, weil noch an der Niederschlesischen Magistrale zwischen Knappenrode und Horka gebaut wird. Der Personenzugverkehr ist ab Dezember 2018 in diese Richtung wieder geplant.