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| 18:55 Uhr

Hoyerswerda
Neue Einrichtung für einen aktiveren Alltag

Das Flüchtlingswohnheim in der Müntzer-Straße.
Das Flüchtlingswohnheim in der Müntzer-Straße. FOTO: Catrin Wuerz
Hoyerswerda. Im Flüchtlingswohnheim in Hoyerswerda wird eine Nähstube eröffnet – um die Beschäftigung der Bewohner zu fördern. Von Anja Hummel

Kevin Stanulla hat eine klare Sicht auf die Dinge: „Wir wollen die Geflüchteten nicht nur beherbergen, sondern auch integrieren und ausbilden.“ Der Asyl-Koordinator arbeitet in Hoyerswerda für die Arbeiterwohlfahrt Lausitz und betreut das Flüchtlingswohnheim in der Thomas-Müntzer-Straße. Um genau dort die Beschäftigung zu fördern, ist der Bernsdorfer erpicht darauf, „verschiedene Anlaufstellen zu schaffen“. Aus diesem Grund wird es im Wohnheim bald die nächste Einrichtung geben: Geplant ist die Eröffnung einer Nähstube. Schere, Nähmaschine und Garn seien schon vorhanden, nur „der Raum ist leider noch nicht fertig hergerichtet“, so Stanulla. Ende Januar soll das aber geschehen sein. „Wir richten keine Schneiderei ein, sondern geben den Bewohnern eher Werkzeuge in die Hand, um zu nähen oder Sachen auszubessern.“ Soll bedeuten: Das benötigte Material, wie die verschiedenen Stoffe, müssen die Bewohner eigenständig besorgen.

Genutzt werden kann die Nähstube von Frauen wie Männern, jedoch „wollen wir das voneinander splitten“. Der Urgedanke sei es nämlich gewesen, den Frauen eine Art Rückzugsort zu geben, wo sie unter sich sein können, sagt der Asyl-Koordinator. Doch auch bei den Männern gebe es eine „Näh-Nachfrage, wie sich mit der Zeit herausgestellt habe. „Wir möchten damit einfach die Beschäftigung im Haus fördern“, betont Stanulla. Für die Nähstube soll es einen Hauptverantwortlichen aus dem Flüchtlingswohnheim geben.

Das ist kein Novum. Auch die seit Mitte des vergangenen Jahres bestehende Fahrradwerkstatt in der Thomas-Müntzer-Straße wird von einem Bewohner aus dem Heim geleitet. Der ist als Bundesfreiwilligendienstler (Bufdi) beschäftigt. „Momentan haben wir fünf Leute aus dem Wohnheim im Bufdi-Dienst“, sagt Kevin Stanulla. Mit der Zahl sei die AWO Lausitz Spitzenreiter im Vergleich zu den anderen insgesamt 21 sächsischen Kreis- und Regionalverbänden der AWO. „Wir sind erpicht darauf, Migranten zu beschäftigen“, betont der Asyl-Verantwortliche.

Und natürlich, fügt er hinzu, können Einrichtungen wie Nähstube und Fahrradwerkstatt auch von den Bürgern genutzt werden. „Wir werden niemals jemanden wegschicken, der mit einem Platten in die Fahrradwerkstatt kommt und Hilfe beim Flicken benötigt.“ Mittlerweile gibt es sogar eine Festanstellung eines Syrers als Sozialarbeiter bei der AWO Lausitz.