Das Brückenbauwerk in Hoske bei Wittichenau ist am 6. Dezember zur öffentlichen Nutzung freigegeben worden. Wie der Wittichenauer Bürgermeister Markus Posch bei der feierlichen Zeremonie berichtete, endet damit auch die „Zeit der Langeweile“ für die Anwohner. Zumindest hätte sich eine ältere Dame beschwert, dass seit dem Baustart im Februar gar keine Autos mehr über die Dorfstraße in Hoske rollen.

Ein Teil der Bürgerschaft dürfte die Ruhe durch den fehlenden Verkehrslärm genossen haben. Für andere bedeutete der Brückenbau aber auch längere Verkehrswege. Ein Anwohner rechnete nach, dass seine Gattin in den sieben Monaten der Baudauer etwa tausend Kilometer mehr für ihren Arbeitsweg nach Wittichenau benötigte.

Verzögerungen durch langwierige Abstimmungen

Nachdem sich der Baubeginn vor allem wegen der langen Abstimmungsprozesse zum Gewässerschutz über mehrere Jahre hinzog, konnte die Brücke planmäßig zwischen Februar und Dezember diesen Jahres fertiggestellt werden. Auch die Verkehrsfreigabe zum 6. Dezember wurde pünktlich erteilt.

Die offizielle Umleitung führte über Kotten und Saalau nach Wittichenau. Insider nutzten aber auch die kürzere Verbindung über Brischko. Allerdings sei der frequentierte Feldweg nicht für diese häufige Befahrung ausgelegt und habe stark gelitten. Angeblich habe die Stadt aber bereits eine Zusage zum Ausbessern der entstandenen Schlaglöcher erteilt.

Die 110 Meter lange Brücke führt mit ihrer sechseinhalb Meter breiten Fahrbahn und dem eineinhalb Meter breiten Gehweg über die Schwarze Elster und verbindet Hoske mit Wittichenau beziehungsweise Rachlau. Zusätzlich wurden im März und April auch Medienleitungen wie Trinkwasser sowie Telekom und Gas neu verlegt. Die Gründung der Brücke erfolgte auf sechs Großbohrpfählen.

Umleitungen gehören der Vergangenheit an

Eine Fußgänger-Behelfsbrücke wurde für die gesamte Bauzeit bereitgestellt, um die Aufrechterhaltung des Fußgängerverkehrs zu gewährleisten. So viel ist sicher, die Sorge, von der Welt abgeschnitten zu sein, dürfte Hoske jetzt endgültig los sein. Und auch die Umleitungen und längeren Arbeitswege gehören mit der Verkehrsfreigabe ab jetzt der Vergangenheit an. Damit auch wirklich nichts mehr schief geht, sprach auch Pfarrer Ansgar Florian ein paar warme Worte für diesen „sicheren Übergang“, wie er es nannte. Schließlich seien alle Brücken ein Sinnbild unseres Lebens. Mit Gottes Segen ebnete er die Wege und machte gerade alle Pfade.