„Neugier“ heißt die neue Kunstraum-Ausstellung in den Fluren des Bürgerzentrums Braugasse 1 in Hoyerswerda. Gestaltet wird sie von den Fotografen Frank Höhler, Thomas Kläber, Georg Krause und Jürgen Matschie. Noch bis zum 27. Juni sind ihre farbigen und schwarz-weiß Fotografien zu sehen, die den Betrachter auf eine Reise zu vielen Menschen mitnehmen.

Straßenszenen, einige Fotos zeigen städtische Architektur, ein Mädchen im weißen Kommunionskleid mit Familie, Momentaufnahmen von einem Rummelplatz: Solche Motive empfangen die Besucher im Erdgeschoss. Sie entstanden bei je einem gemeinsamen Aufenthalt der vier Fotografen in Görlitz, Decin und Zielona Góra, sagt Thomas Kläber aus Kolkwitz bei Cottbus. Die Protagonisten sind Mitglieder der ASA-Künstlergruppe Fotografie und haben sich in jeder Stadt jeweils 24 Stunden Zeit genommen, diese mit der Kamera zu entdecken. So entstanden ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf das reale Leben der Menschen an einem bestimmten Tag und Ort.

Zusätzlich stellt Thomas Kläber Fotos seiner zweiwöchigen privaten Studienreise durch Uganda aus, dokumentierte also den Alltag dort. „Der spielt sich viel mehr als hier auf der Straße ab“, sagt der Fotograf. Deshalb konnte er zum Beispiel die Füße eines Menschen fotografieren, der hinter einer Bretterbude schlief.

Der Kurator der Ausstellung, Michael Kruscha, weist während der Vernissage daraufhin, dass alle Fotografen in den 1980er-Jahren an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Fotografie studiert haben und seitdem erfolgreich selbstständig tätig sind. Die Lausitz ist vor allem für den Kolkwitzer Thomas Kläber und Jürgen Matschie aus Bautzen Heimat und deshalb ein wichtiger Ort, dessen Entwicklung sie seit Jahrzehnten mit der Kamera begleiten.

Von Jürgen Matschie überraschen im Obergeschoss der Bürgerzentrums großformatige Aufnahmen, die an Tagebauszenen denken lassen. Sie zeigen aber Alpenlandschaften jenseits des Touristenklischees und stellen Fragen zur Rolle dieses Wirtschaftszweiges in der Region und zum Klimawandel. Zu sehen ist unter anderem ein Gletscher mit großen Schneehaufen, die in Plastikfolien gewickelt von Wanderern umrundet werden.

Georg Krause aus Berlin fotografierte nur Pflanzenteile vor weißem Hintergrund, zum Beispiel ein noch eingerolltes grünes Farnblatt, den Zweig einer verdorrten Hagebutte und Teile einer abgeblühten Lilie. Viel Aufwand investierte der Fotograf in diese Abbildungen reiner Natur. Jedes Detail ist erkennbar, als wäre alles gezeichnet. „Ich bin von der alten Schule, ich muss es bei der Aufnahme schon hinkriegen", beurteilt er seinen Arbeitsstil.

Unter den Gästen sind viele Hoyerswerdaer Kunstinteressierte und Gäste aus Dresden sowie Großräschen. Die Mitarbeiterin vom IBA-Studierhaus, Katja Sophia Wolf, besucht die Vernissage aus Neugier, weil Thomas Kläber und Jürgen Matschie mit ihren Fotos das Werden der IBA-Terrassen aktiv begleitet haben.