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| 17:10 Uhr

Neue Attraktion für Bautzener City

Die Mönchskirchruine bietet einen höchst romantischen Anblick, ist aber größtenteils ungesichert und vom Verfall bedroht.
Die Mönchskirchruine bietet einen höchst romantischen Anblick, ist aber größtenteils ungesichert und vom Verfall bedroht. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Bautzen. Die Stadt Bautzen will in ihrer Altstadt eine neue Attraktion schaffen. Demnach soll die Ruine der historischen Mönchskirche in Verbindung mit dem benachbarten Wasserturm zu einem Ort für öffentliche Veranstaltungen umgestaltet werden. Uwe Menschner

Der Stadtrat hat auf seiner jüngsten Sitzung die Planungen der Verwaltung für die Mönchskirche einstimmig bestätigt.

"Nach langen Verhandlungen mit den Eigentümern will die Stadt jetzt das Grundstück Hohengasse 2, das den östlichen Kirchenbereich umfasst, erwerben", erklärt André Wucht, Leiter des Amtes für Stadtmarketing und Pressearbeit. Dort seien seit dem Kriegsende 1945 keinerlei erhaltende Maßnahmen erfolgt, sodass in naher Zukunft ein Verlust der historischen Bausubstanz drohe. Deshalb wolle die Stadt das akut gefährdete Areal zunächst sichern. Die Kosten für Erwerb und Sanierung belaufen sich laut Wucht auf 803 000 Euro.

Weitere 347 000Euro sollen in die Sanierung des benachbarten, unter Denkmalschutz stehenden Wasserturms fließen. "Der 1877 erbaute Turm wurde 1979 stillgelegt, ist jedoch städtebaulich, historisch und für das Ortsbild von großer Bedeutung", so der Amtsleiter. In diesem Zuge sollen das Dach neu eingedeckt, die Eingangsstufen neu verlegt, die Türen und Öffnungen behutsam in der bestehenden Struktur rekonstruiert und die Holzverkleidung sowie das Mauerwerk saniert werden. Am äußeren Erscheinungsbild des Turmes soll sich demnach nichts ändern. Wenn die Arbeiten an Kirchruine und Wasserturm abgeschlossen sind, sieht André Wucht vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für das Ensemble: "Öffentliche Veranstaltungen, Hochzeitsfeiern, Erweiterungen von Bautzener Frühling und Wenzelsmarkt - zahlreiche Ideen sind denkbar."

Die Finanzierung soll aus den vorzeitig gezahlten Ausgleichsbeträgen der Eigentümer für die Wertsteigerung ihrer Grundstücke im Zuge der Altstadtsanierung erfolgen: "Dieses Geld kann die Stadt noch bis Ende 2017 für Maßnahmen im Sanierungsgebiet Altstadt ausgeben, sonst müssten zwei Drittel der Beiträge an den Freistaat Sachsen und den Bund zurückgezahlt werden", erläutert der Amtsleiter.

Speziell für den Wasserturm soll auch Geld aus dem Altstadtkonto eingesetzt werden, das einst von Bautzener Bürgern als Spendenkonto zur Rettung der Altstadt angelegt wurde. "So bietet sich die einmalige Gelegenheit, mit geringen finanziellen Eigenmitteln einen neuen Glanzpunkt in der Bautzener Altstadt zu schaffen", resümiert Wucht.

Die Mönchskirchruine geht auf ein um 1240 errichtetes Franziskanerkloster zurück. 1598 brannten Kloster und Kirche nieder und wurden nicht mehr aufgebaut. Erhalten blieb die frühgotische Kirchenruine mit Spitzbogenfenstern und Portal.

Im Westteil der Kirchenruine errichtete die Stadt 1877 den Wasserturm, der bis zu seiner Stilllegung 1979 eine wichtige Rolle für die Trinkwasserversorgung der Bautzener Altstadt spielte.