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Neubau sorgt für Diskussionen

Durch die Panorama-Aufnahme perspektivisch verzerrt: das Bürgerzentrum nach der Sanierung mit dem Anbau aus Richtung Süden.
Durch die Panorama-Aufnahme perspektivisch verzerrt: das Bürgerzentrum nach der Sanierung mit dem Anbau aus Richtung Süden. FOTO: Scheffler
Hoyerswerda. Im Internet stößt der Anbau am Bürgerzentrum überwiegend auf Ablehnung. Architektin Dorit Baumeister findet es gut das über das Gebäude diskutiert wird, wünscht sich aber Sachlichkeit. Und sie bietet an, die Architektur bei einer öffentlichen Diskussion zu erläutern stellen. Sven Scheffler

Von "Erschrecken" beim ersten Anblick bis "hässlich" und weiter reichen die Kommentare im Internet zu dem Neubau am Bürgerzentrum in der Altstadt. Auch Stadtrat Ralph Büchner (Die Linke) beteiligt sich an der Diskussion im Internet und sieht den Neubau optisch als nicht gelungen an. "Da ich im ,Braugasse 1-Verein' engagiert bin, durfte ich über den Entwurf nicht abstimmen. Aber wir haben das auch in der Fraktion noch einmal besprochen und das jetzige Erscheinungsbild war so nicht abzusehen", sagte Büchner gegenüber der RUNDSCHAU. Trotzdem sei es wichtig, dass das Gebäude ab September vielfältig genutzt werden kann. "Die Optik ist Geschmackssache und sollte nicht im Vordergrund stehen", sagt Büchner.

Optik und Funktionalität sind für Dorit Baumeister, der Architektin des Gebäudes, beide wichtig. Von den teilweise hämischen Kommentaren im Internet hat sie erst am Dienstag erfahren. "Manches von dem Geschriebenen greift mich als Person an, dafür habe ich kein Verständnis", sagt die Architektin. Über ein Gebäude lasse sich streiten, doch manche Personen, die sich im Netz abfällig äußern, kenne sie persönlich und würde erwarten, dass sie selbst auf sie zukommen. Sie verteidigt den Neubau: "Die Glasfassade soll Offenheit gegenüber dem Besucher zum Ausdruck bringen. Dieser Stil der klassischen Moderne wird heute häufig bei öffentlichen Bauten verwendet." Der Neubau ist flacher als das alte Ballhaus, dadurch dominiere er es nicht. "Es ist eine Verneigung der Moderne vor dem Altbau", sagt Dorit Baumeister. Weiterhin ist das Ballhaus aufwendig saniert worden. "Den Neubau im gleichen Stil zu bauen, wäre eine architektonische Lüge gewesen. Das hätte bloß suggeriert, dass das Gebäude genauso alt ist", sagt Baumeister. Bei solchen Kulturzentren müsse dem Zeitgeist Platz eingeräumt und die baulichen Möglichkeiten der Zeit ausgeschöpft werden. "Auftrag der Architektur ist es auch Neues zu schaffen", sagt die Architektin. Deswegen sei sie bei Bedarf auch zu einer öffentlich Diskussion bereit, um den Bau in seiner jetzigen Form zu erklären.