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Neubau für Tagespflege und Arztpraxis

Hoyerswerda. Vor acht Monaten wurden die Pläne erstmals öffentlich: Die Arbeiterwohlfahrt Lausitz will im Wohnkomplex IX in Hoyerswerda zwei neue Gebäude errichten, um ihre Pflege- und Betreuungseinrichtungen an diesem Standort zu erweitern, zu modernisieren und auf neue Anforderungen auszurichten. Ausgerechntet im WK IX? Die Pläne platzten mitten in die schwierige Debatte zur Stadtentwicklung. Catrin Würz

Denn der Wohnkomplex am Stadtrand Kühnichter Heide ist durch massiven Wohnungsrückbau geprägt - und die Abrissflächen der vergangenen Jahre sind inzwischen städteplanerisch zu Wald und Grünland deklariert und nicht mehr bebaubar. Im neuen Städtebaulichen Entwicklungskonzept sollte der Bereich kaum noch eine Rolle spielen.

Doch AWO-Geschäftsführer Torsten Ruban-Zeh hat in den vergangenen Jahren nie einen Hehl daraus gemacht, dass der Stadtteil - durch den ja immerhin auch noch eine der Hauptzufahrten in Richtung Klinikum führt - für ihn Potenzial hat und die AWO ihre Dienstleistungen an diesem Standort erweitern wird. Mehr als 220 Arbeitsplätze sichert der Verband der freien Wohlfahrtspflege mit seiner AWO Lausitz Pflege- und Betreuungs gGmbH schließlich schon jetzt im nahen Umfeld.

Klar ist nun: Der Neubau eines Multifunktionsgebäudes wird schon in ein paar Wochen an der Müntzerstraße 25 in Angriff genommen. In der Lücke zwischen der Seniorenwohnanlage und dem ebenfalls von der AWO betriebenen Asylbewerberheim wird bis Dezember 2018 ein neues AWO MediCare-Zentrum entstehen. Offizieller Baustart soll im September sein. "In das neue Gebäude werden die Tagespflege und unsere Sozialstation einziehen", erklärt Torsten Ruban-Zeh. Die Tagespflege wird in diesem Zusammenhang von bisher zwölf auf dann 20 Plätze aufgestockt und die Mitarbeiter der Sozialstation können sich über bessere Bedingungen freuen, "die dringend notwendig sind", so Ruban-Zeh.

In dem dreigeschossigen Gebäude werden darüber hinaus auch noch Flächen für zwei Arztpraxen und für weitere Mieter entstehen. Fest steht bereits, dass eine Kinderarztpraxis in das neue Gebäude einziehen wird. Über die zweite ärztliche Praxis in dem Haus wird noch nichts Näheres verraten, da die Verhandlungen noch laufen, bestätigt der Geschäftsführer.

Mit dem Neubau des MediCare-Zentrums hat sich der AWO Kreisverband nun allerdings vom Bau eines Therapiebeckens mit Räumen für Sport- und Bewegungsangebote wieder verabschiedet. Diese Pläne waren für die Freiflächen auf der gegenüberliegenden Seite an der Thomas-Müntzer-Straße in Betracht gezogen worden. Doch für diese Abrissflächen wird kein Baurecht zu erreichen sein. Damit habe man sich abgefunden.

Insgesamt 3,9 Millionen Euro will die AWO in ihr neues MediCare-Zentrum investieren. Der Neubau wird zugleich in dem schon bestehenden Altenzentrum für räumliche Entspannung sorgen. In die jetzige Tagespflege, die bald frei wird, soll zukünftig die Schuldner- und Insolvenzberatungsstelle der Arbeiterwohlfahrt einziehen, die sich bislang noch in einem Seitenflügel der Kindertagesstätte "Spielparadies" befindet. Auch für einen Friseur und weiteren Service soll mehr Platz geschaffen werden.

Fest im Blick hat die Arbeiterwohlfahrt auch noch ein zweites Bauvorhaben. Voraussichtlich 2020 soll ein Anbau im Bereich des jetzigen Pflegewohnheimes, nahe dem Haupteingang, realisiert werden. Dort soll Platz für jene 47 Pflegeplätze geschaffen werden, die sich jetzt noch in einem separaten Gebäude an der Ferdinand-von-Schill-Straße befinden. Dieses für die Altenpflege heute nicht mehr gut geeignete Gebäude sieht Torsten Ruban-Zeh allerdings als Wohnstätte für Kinder und Jugendliche als prädestiniert an. Es ist also weiter was in Bewegung bei der Arbeiterwohlfahrt Lausitz.