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| 15:43 Uhr

Bürgervorschläge
Neuauflage für Bautzener Bürgerhaushalt

Seidau - einer der geschichtsträchtigsten Bautzener Stadtteile - erhält aus dem Bürgerhaushalt in diesem Jahr einen Geschichtspfad. ⇥Foto: Uwe Menschner
Seidau - einer der geschichtsträchtigsten Bautzener Stadtteile - erhält aus dem Bürgerhaushalt in diesem Jahr einen Geschichtspfad. ⇥Foto: Uwe Menschner FOTO: Uwe Menschner
Bautzen. 19 Projektvorschläge wurden in der ersten Runde eingereicht. Jetzt gibt es eine neue Chance. Von Uwe Menschner

. Die Stadt Bautzen hält am Bürgerhaushalt fest. Im zurückliegenden Jahr war das von der CDU-Stadtratsfraktion initiierte Projekt erstmals aufgelegt worden. In seinem Rahmen stehen jährlich 10 000 Euro zur Verfügung, die für die Verwirklichung von durch Bürger vorgeschlagene Vorhaben eingesetzt werden sollen.

Das Angebot hat gute Resonanz gefunden: „Insgesamt wurden 19 Vorschläge eingereicht, von denen der Stadtrat fünf für die Realisierung ausgewählt hat“, erklärt Laura Ziegler vom Amt für Pressearbeit und Stadtmarketing.

Dazu zählt unter anderem die Gestaltung eines Geschichtspfades durch den Stadtteil Seidau. Dieser erstreckt sich nördlich der Innenstadt entlang der Spree und bildete bis 1922 eine eigenständige Gemeinde. Durch Seidau (heute im Volksmund „Die Seidau“) führte einstmals die Via Regia als wichtigste Zufahrt zum mittelalterlichen Bautzen. Die Initiative „Unsere schöne Seidau“ hat es sich nach eigenem Bekunden zum Ziel gesetzt, Seidau „zum lebens und liebenswertesten Stadtteil von Bautzen“ zu machen. Dafür setzen die Initiatoren auf vielfältige Aktivitäten, beispielsweise einen jährlichen Ostermarkt in der Hammermühle sowie öffentliche Führungen und Feste. Für den Geschichtspfad soll es aus dem Bürgerhaushalt 2000 Euro geben.

Ebenfalls 2000 Euro sind für das Projekt „essbare Stadt“ vorgesehen. Bei diesem will die Initiative „Die Stadtbegrüner“ essbare Pflanzen auf öffentlichen Beeten anbauen. Laura Ziegler nennt eine Zahl von 600  Pflanzen an drei verschiedenen Orten in der Innenstadt. Zudem will die Stadt der Gruppe eine größere Fläche in Altstadtnähe zur Bewirtschaftung übergeben.

Exakt 2515,95 Euro aus dem Bürgeretat gibt es für vier neue Papierkörbe, die in der Altstadt zwischen Ortenburg und Schülerturm aufgestellt werden sollen. Noch nicht geklärt ist ein weiteres Projekt, das den Segen der Stadträte erhalten hat: die Sicherung und öffentliche Präsentation eines Gedenksteins für die Neue Wasserkunst auf einem privaten Grundstück. „Die Stadt kann keine finanzielle und bauliche Verantwortung für Baumaßnahmen bei einem privaten Eigentümer übernehmen. Eine mögliche Realisierung bleibt hier deshalb noch offen“, so Laura Ziegler. Für das fünfte Projekt schließlich, das Aufstellen von Bänken, setzt sich die Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ den Hut auf.

Für die neue Runde, deren Realisierung 2019 vorgesehen ist, können die Bautzener Bürger bis zum 20. April Vorschläge einreichen. Auch hierfür stehen wieder 10 000 Euro zur Verfügung.

Mit der Idee des Bürgerhaushalts befindet sich Bautzen in der Region in guter Gesellschaft. In Görlitz beispielsweise gibt es in den einzelnen Stadtteilen Bürgerräte, die über ein gewisses Budget verfügen können. Auch dort können die Bürger Projekte anmelden, über deren Umsetzung der jeweilige Bürgerrat entscheidet. Vorreiter ist jedoch Senftenberg, das bereits seit 2012 den Bürgerhaushalt in Form der so genannten Stadtteilfonds verwirklicht.