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| 02:48 Uhr

Netzwerk "Die Lausitz schmeckt" wächst ein Stück

Hoyerswerda/Bernsdorf. Regionale Produkte liegen im Trend. Am heutigen Freitag wird bei der Bäckerei Ermer in Bernsdorf das nächste Regionalregal mit Produkten aus der Lausitz eröffnet. Damit wächst das Netzwerk "Die Lausitz schmeckt", in dem sich rund 40 Erzeuger und Produzenten zusammengeschlossen haben, ein Stück weiter. Bei Logistik und Vermarktung gibt es aber noch jede Menge Potenzial. Christiane Klein / chk1

Es geht um mehr als zusätzlichen Service für die Kunden. Wenn Bäckermeister Roland Ermer am heutigen Freitag um 10 Uhr das "Die Lausitz schmeckt"-Regionalregal in seinem Hausgeschäft am Bernsdorfer Schmelzteich eröffnet, steht für den Landesobermeister der Bäckerinnung dahinter auch eine ganz klare Botschaft: Er will sich als Handwerker stärker in der Region positionieren. "Wir müssen uns immer mehr von der Industrie abgrenzen", erklärt der Bernsdorfer und setzt dabei bewusst auf Regionalität: "Handwerker bilden aus, beschäftigen Leute aus der Region in ihren Betrieben, viele engagieren sich im Stadtrat oder in Vereinen", betont Ermer.

In seiner Backstube verwende er Getreide aus der Region - und mit der Eröffnung des "Die Lausitz schmeckt"-Regals sollen nun auch Produkte von anderen Lausitzer Betrieben einen Platz in Bernsdorf bekommen. Für Ermer ist das ein "kleines Alleinstellungsmerkmal" und "vielleicht auch ein Anreiz für die Kunden, lieber zu uns zu kommen".

Erfahrungen mit Produkten aus der der Lausitz hat Ermer bereits gesammelt: "Das wird beim Kunden sehr honoriert." Sebastian Klotsche, der beim Sächsischen Landeskuratorium (SLK) in Miltitz für "Die Lausitz schmeckt" zuständig ist, sieht das ähnlich. Die ersten Erfahrungen mit dem zusätzlichen Verkauf von "Die Lausitz schmeckt"-Produkten in Regionalregalen und Hofläden seien gut. Die Kunden seien sehr interessiert und würden nach Hintergrundinformationen fragen. Für die Verkäuferinnen bedeute das allerdings, dass sie "sich noch mehr mit den Produkt- und Erzeugerinformationen beschäftigen" müssten, so Klotsche.

Der logistische Aufwand hinter der Vermarktung regionaler Erzeugnisse ist nicht unerheblich. Klotsche zufolge ist die Logistik noch sehr individuell und ineffektiv. Da sei Entwicklungsarbeit notwendig, so der SLK-Mitarbeiter.

Auch für Ermer bedeutet das Regionalregal zusätzlichen Aufwand. Denn die Waren müssen natürlich beschafft werden. Einen Teil der Produkte bekommt der Bernsdorfer von den anderen Produzenten geliefert, einiges muss er allerdings auch selbst abholen. Dennoch ist der Bäcker zuversichtlich, dass sich der Aufwand lohnt. Wenn sich das Regionalregal in Bernsdorf bewährt, könne er sich durchaus vorstellen, auch eines in seiner Hoyerswerdaer Filiale zu etablieren, so Ermer.

Sebastian Klotsche sieht in dem zusätzlichen Verkauf regionaler Produkte neben eigenen Erzeugnissen ebenfalls ein Alleinstellungsmerkmal und eine Nische für Handwerker wie Bäcker und Fleischer. Zudem erhöhe sich mit jeder neuen Verkaufsstelle für "Lausitz schmeckt"-Waren der Wiedererkennungseffekt, die Wege zwischen Kunden und Anbietern verkürzen sich und zudem könnten neue Kunden angesprochen werden.

Die Bernsdorfer Bäckerei ist neben Bautzen und Bischofswerda der dritte Regionregal-Standort. Das erste seiner Art wurde im Oktober vorigen Jahres eingerichtet. Nach Angaben des Sächsischen Landeskuratoriums Ländlicher Raum entstand die Idee im Frühjahr 2012 bei Gesprächen mit den Unternehmern im Lausitzer Seenland und im Oberlausitzer Bergland. Neben den Regionalregalen bieten etliche Produzenten und Erzeuger bereits in ihren Hofläden ein erweitertes Sortiment mit "Lausitz-schmeckt"-Spezialitäten. Dazu gehört neben der Krabat-Milchwelt in Kotten auch die Lausitzer Ölmühle in Hoyerswerda.