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| 14:24 Uhr

Kinder- und Jugendarbeit
Natz sieht Lichtstreif am Horizont

Olaf Junge, Peter Hildebrandt und Doreen Schwietzer wollen das Natz erhalten.
Olaf Junge, Peter Hildebrandt und Doreen Schwietzer wollen das Natz erhalten. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Das Kinder- und Jugendzentrum Hoyerswerda muss sich inhaltlich und personell neu aufstellen. Von Katrin Demczenko

Von Katrin Demczenko

Im Natz Hoyerswerda, dem Naturwissenschaftlich-Technischen Kinder- und Jugendzentrum, wird derzeit intensiv daran gearbeitet, den traditionsreichen Verein am Leben zu erhalten. Am Freitag waren nach Beiträgen der RUNDSCHAU und einem Hilferuf auf Facebook zwölf Bürger zum Vereinsvorstandsmitglied Peter Hildebrandt und dem Stadt- und Kreisrat Ralph Büchner gekommen, um sich über die Arbeit des Natz und seines Vorstandes zu informieren.

Der Verein bietet Schülern im Bürgerzentrum Braugasse 1 während der Schul- und Ferienzeit Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zum Beispiel in den Bereichen Mineralogie, Elektronik, Holzbearbeitung oder Tierpflege. Sie bekommen Unterstützung bei der Umsetzung eigener Projekte für Wettbewerbe wie „Jugend forscht“ und können an der Matheolympiade teilnehmen, erklärt  das Natz-Urgestein Peter Hildebrandt. Es gibt unterrichtsbegleitende Projekte und Fortbildungen für Personen, die außerunterrichtlich mit der jungen Generation arbeiten. Mineralogisch interessierte Erwachsene seien schon aus Senftenberg und Bautzen gekommen, um sich mehr Wissen über ihr Hobby anzueignen. All diese Aktivitäten sind gefährdet, wenn es zur nächsten Wahl im März 2019 nicht gelingt, einen neuen Vorstand aus – möglichst jungen – engagierten Mitgliedern zu wählen. Jetzt besteht die ehrenamtliche Vereinsleitung zumeist aus Rentnern und das gilt auch für viele der 21 Mitglieder.

„Der Vorstand ist wie die Leitung eines Betriebes“, erklärt Peter Hildebrandt den neuen Interessenten. Er hat die Finanzierung des Vereins mit Vertretern der Stadt und des Landkreises auszuhandeln und die umfangreiche Buchführung abzuwickeln, wozu auch die Verwaltung der Mitarbeiter gehört. Außerdem sind Kontakte mit anderen Einrichtungen zu pflegen, Öffentlichkeitsarbeit gehört dazu und vieles mehr.

Der Geschäftsführer der Kulturfabrik Hoyerswerda Uwe Proksch sagt: „Die inhaltliche Arbeit des Natz muss sich verändern und mehr an den Bedarfen der Kinder und Jugendlichen orientieren.“ Ihn interessiert natürlich vorrangig, wie es generell mit dem Verein weitergeht, denn er vermietet diesem die Räume im Bürgerzentrum.

Proksch erfuhr wie alle Anwesenden von Peter Hildebrandt, dass die Arbeit mit den Schülern erst einmal bis zum Jahresende weitergeht, weil dann die drei vom Jobcenter Hoy­erswerda geförderten Stellen auslaufen. Ein hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter des Natz fehlt derzeit längerfristig wegen Krankheit, die zweite Stelle ist ausgeschrieben und soll schnell wiederbesetzt werden.

Doreen Schwietzer hat den Niedergang des traditionsreichen Hoyerswerdaer Fanfarenzuges miterlebt und möchte das dem Natz ersparen. Sie hat Kenntnisse im Bereich Finanzen und könnte sich eine Mitarbeit im Vorstand durchaus vorstellen. Auch Kooperationen mit dem Zoo oder der Lautech findet sie wichtig, um Kinder neu für Angebote des Natz zu begeistern. Diese müssen sich von denen vielfältig vorhandener schulischer Arbeitsgemeinschaften unterscheiden, ergänzte Peter Hildebrandt.

Er schlug vor, Ende Oktober eine Mitgliederversammlung einzuberufen und dazu auch alle anwesenden Interessenten, die sämtlich das Rentenalter noch nicht erreicht haben, einzuladen. Der jetzige Vorstand soll mit den neu eintretenden Personen eine Arbeitsgruppe bilden. Diese hat die Aufgabe, gemeinsam bis zur Wahl eine inhaltliche Neuausrichtung des Natz festlegen, so Peter Hildebrandt.

Der Stadt- und Kreisrat Ralph Büchner sagte am Schluss der Veranstaltung erleichtert: „Der Hilferuf hat geholfen.“ Er will dem Verein beitreten und ihn bei Verhandlungen mit Vertretern von Hoyerswerda und dem Landkreis Bautzen zur weiteren Finanzierung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen unterstützen.