Montagmorgen in der Hoyerswerdaer Semmelweisstraße: Dutzende von Pflanzen stehen aufgereiht am Rand einer großen Wiese. Es ist Hoyerswerdas neue Bienenwiese, insgesamt 2000 Quadratmeter groß. Rundherum sind Wohnhäuser – auf der Wiese sind sechs Mitarbeiter der Firma Prell an der Arbeit. Mittendrin ist auch Ulrike Kühne vom Hoyerswerdaer Gartenatelier Kühne. „Wir haben bewusst diese Wiese ausgewählt, weil dort schon viel vorhanden ist“, sagt sie. Unter anderem sind das Wiesen-Salbei, Kamille, Schargarbe, Wieseklee, Hornklee, Island-Mohn und Wiesenknöterich.

640 neue Pflanzen für Hoyerswerdas neue Bienenwiese

Was jetzt passiert: Die Arbeiter ziehen einzelne Streifen. Dort kommen weitere Pflanzen in die Erde. Insgesamt sollen es am Ende des Tages 640 sein. Dazu kommt Bienenfuttersaat. Das Ziel: Die Pflanzen sollen sich selbst vermehren und dazu beitragen, dass die Wiese in den kommenden Jahren zu einem idealen Futterplatz für Bienen und andere Insekten wird.
Für die Wohnungsgesellschaft Hoyerswerda ist das eine Art Modellprojekt. „Für uns ist das ein Beitrag, einheimische Insekten zu schützen“, sagt Geschäftsführer Steffen Markgraf. Auf dem Areal hatte einst der Wohnblock Semmelweisstraße 7 bis 11 gestanden. Seit Jahren ist dort grüne Wiese.

Bienenwiese freut sich großer Resonanz bei Hoyerswerdas Neustadt-Bewohnern

Im Vorfeld hatte der Hoyerswerdaer Großvermieter auch die Anlieger miteinbezogen. „Von den rund 100 Haushalten in der Nachbarschaft haben sich 50 Prozent zurückgemeldet. Von diesen 50 Prozent fanden 95 Prozent das Projekt gut“, so Steffen Markgraf.
Jetzt hofft der Großvermieter, dass auf dieser Fläche das natürliche Gleichgewicht gefördert wird und sich innerhalb weniger Vegetationsperioden eine ausgeglichene Bienenwiese entwickelt. Die Mahd wird so angepasst, dass die Stauden und Gräser sich selbst großflächig auf dem Gelände verbreiten können.