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| 02:44 Uhr

Natur am Weißen Schöps entwickelt sich positiv

33 Libellen-Arten wie die Blauflügel-Prachtlibelle konnten am Weißen Schöps nach dessen Umverlegung und Renaturierung nachgewiesen werden.
33 Libellen-Arten wie die Blauflügel-Prachtlibelle konnten am Weißen Schöps nach dessen Umverlegung und Renaturierung nachgewiesen werden. FOTO: Leag
Rietschen. Die Ergebnisse von zwei Jahren naturschutzfachlicher Untersuchungen am Weißen Schöps erlauben ein erstes positives Zwischenfazit. Dieses Resümee haben Vertreter von sächsischen Behörden, der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag) sowie mit dem Monitoring beauftragte Experten gezogen, wie die Leag informiert. red/dh

Demnach haben rund 20 Experten dem auf zehn Kilometer teilweise neu angelegten und renaturierten Flussabschnitt zwischen Werda, Hammerstadt, Neu- und Altliebel ein gutes ökologisches Potenzial attestiert.

Im gesamten Gebiet wurden die Flora und Fauna über und unter Wasser sowie die Wasserqualität kontinuierlich untersucht, um die Qualität der in Sachsen größten wasserwirtschaftlichen Baumaßnahme der letzten Jahre zu beurteilen. Dabei werteten die Experten den Nachweis der Libellenart "Grüne Keiljungfer" und des Feuerfalters als besonderen Erfolg. Deren Vorkommen lasse auf eine intakte Ökologie des Lebensraums am Weißen Schöps schließen.

"Wir bündeln die Ergebnisse der Messungen und Untersuchungen, um zum einen den Erfolg unserer Ausgleichsmaßnahmen kontrollieren zu können, aber auch, um daraus gemeinsam mit den verantwortlichen Behörden eventuell notwendige Korrekturen und spezielle Pflegemaßnahmen abzuleiten," erklärt die bei der Leag zuständige Projektleiterin Corina Fiskal. Noch bis zum Jahr 2030 werden die Untersuchungen an Teilbereichen der damit beauftragten Firma iKD Ingenieur Consult GmbH aus Dresden andauern. "Die Experten haben uns bescheinigt, dass die entstandenen Gewässerstrukturen sehr gut gelungen sind", so Corina Fiskal. Nur die Bäume müssten jetzt noch wachsen, damit der Fluss ausreichend beschattet wird. "Darüber hinaus bekommen wir viel Lob von Anwohnern und Bürgern aus der Gemeinde Rietschen."

Unter den nachgewiesenen Tierarten findet sich neben Fischottern, zahlreichen Amphibienarten wie Rotbauchunke, Gras- und Seefrosch, Brutvögeln und Fledermausarten auch eine echte Überraschung: So wurde von Jörg Gebert vom Dresdner Büro für Faunistik und Ökologie die in Sachsen bisher unbekannte Wasserkäferart "Laccobius gracilis" erstmals nachgewiesen. Auch der 1,5 Zentimeter große "Schmalbindige Breitflügel-Tauchkäfer" konnte wieder nachgewiesen werden. "Solche Funde sind Glücksmomente", sagt Jörg Gebert. Als streng geschützte Arten stehen beide auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Bei den Libellen konnten 33 Arten mit jeweils unterschiedlichen Ansprüchen nachgewiesen werden. "Damit ist die Vielfalt der entstandenen Lebensräume am Gewässer deutlich belegt", so Corinna Fiskal.

Das Monitoring zum Fischotter konnte bereits abgeschlossen werden. Seine Spuren hatten sich bereits kurz nach Fertigstellung an den Uferbereichen aller Flussabschnitte nachweisen lassen.