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| 12:02 Uhr

Start der närrischen Saison
Narren-Sturm aufs Rathaus auch am Samstag

Die übermannsgroßen Werbe-Aufsteller in und um Wittichenau weisen wieder auf den Start der Karnevalssaison hin.
Die übermannsgroßen Werbe-Aufsteller in und um Wittichenau weisen wieder auf den Start der Karnevalssaison hin. FOTO: Catrin Würz / LR
Hoyerswerda. Die Narren aus der Region wollen am 11.11. wieder die Macht ergreifen. Und das wird auch durchgezogen, wenn das närrische Datum diesmal auf einen Samstag fällt und in den Rathäusern gar keiner arbeitet. Von Catrin Würz

„Notfalls stürmen wir auch ein leeres Rathaus. Aber gestürmt wird!“, sagt Markus Neumann entschlossen. „Schließlich brauchen wir ja die Stadtkasse für unsere 65. Faschingssaison“, ergänzt er noch. Der Präsident des Bernsdorfer Karnevalclubs (BKC) lässt sich mit seinen Mannen natürlich nicht von einem schnöden Wochentag abschrecken, an dem im Rathaus angeblich niemand arbeitet. „Wir werden den Bürgermeister schon herbeischaffen, wenn er nicht anwesend ist“, kündigt er an. Auf Bernsdorfs Stadtoberhaupt Harry Habel dürfte indes Verlass sein. Der Bürgermeister, dem oft genug der Schalk im Nacken sitzt, hat ein Herz für die Bernsdorfer Narren und wird die Rathaustür am kommenden Samstag weit öffnen.

Dann dürfte einer närrischen Machtübernahme nichts mehr im Wege stehen. Im Gegenteil: Die Zeremonie dürfte so groß wie sonst nie werden. Denn an einem Samstag lassen sich um 11.11 Uhr auch alle Vereinsmitglieder mobilisieren, die sonst an diesem Tag arbeiten müssen. „Wir denken schon, dass alles eine Nummer größer wird“, sagt BKC-Präsident Markus Neumann.

Allzu ausgelassen darf die Machtergreifung am Vormittag im Rathaus allerdings gar nicht werden. Denn die Bernsdorfer Karnevalisten benötigen ihre gesamten närrischen Kräfte schon am Abend des 11.11. erneut, wenn im Saal des Vereinshauses „Grüner Wald“ sofort die erste Abendveranstaltung über die Bühne geht. Eine Zeitreise ins Mittelalter steht diesmal an. Denn für ihre 65. Karnevalssaison haben sich die Bernsdorfer Jecken das Motto „Räuber, Gaukler, Burgverwalter - ein Leben im närrischen Mittelalter“ auserkoren. Vorbereitet ist ein närrischer Einblick in das Leben am Hofe und in jene Probleme, die damals zu lösen waren - Ähnlichkeiten zum Bernsdorf von heute sind freilich ganz und gar nicht zufällig. Bis zum Aschermittwoch sind zu diesem Thema insgesamt drei Abendveranstaltungen (11.11., 27.01., 8.02.) sowie ein Kinderfasching, eine Faschingsparty für die Jugend (13.01.) und der große Faschingsumzug am 4. Februar geplant. Den Seniorenfasching an einem Sonntagnachmittag wird es zum ersten Mal nicht mehr geben. „Dafür hatten wir zuletzt weniger Nachfrage, weil auch ältere Bernsdorfer lieber in die Original-Abendveranstaltungen kommen“, bestätigt der BKC-Präsident.

Auch in Wittichenau geht zum närrischen Schunkeldatum 11.11. um 11.11 Uhr in diesem Jahr die Post ab. Dank der lustigen Damen vom Weiberfaschingsverein wird auf dem Marktplatz in Wittichenau am Sonnabend eine große närrische Party gefeiert. Das wird der Startschuss für das Jubiläum „30 Jahre Weiberfasching Wittichenau“ sein. Das Jubiläum wird 2018 begangen und steht unter dem Thema „Die ganze Welt ist ein Zirkuszelt“, bestätigt Vereinsmitglied Beate Hufnagel.

In Wittichenau findet die Eroberung des Rathauses durch die Karnevalisten traditionell erst am Rosenmontag statt. Deshalb muss der Wittichenauer Bürgermeister Markus Posch am 11.11. keine Samstagsschicht ins Rathaus entsenden. In der Faschingshochburg starten die Männer und Frauen übrigens getrennt in die Saison. Nach dem Weiberfasching am 11.11. auf dem Marktplatz versammelt der für den Sonntag, 12. November, organisierte Internationale Frühschoppen ausschließlich Männer zum fröhlichen Start in die 312. Wittichenauer Karnevalssaison. Mehr als 700 Herren waren das in den vergangenen Jahren immer, die sich bei Spielen, Tombola und Wettbewerben vergnügen. „Die Vorbereitungen für die neue Saison sind schon lange im Gange. Mehrere Kommissionen arbeiten für das Programm, für die Technik, für den Rosenmontagsumzug, für Finanzen und den Fundus monatelang im Voraus“, erklärt der Wittichenauer Karnevalspräsident Mathias Glaab.

Am 18. und 25. November findet mit den beiden Kappenabenden die offizielle Prinzenwahl in Wittichenau statt. Das ist ein gesellschaftliches Großereignis, bei dem kein Karnevalsfreund aus der Stadt fehlen darf - die Karten dafür sind auch entsprechend knapp.

In Hoyerswerda hat der Sturm auf das Rathaus am 11.11. durch den Hoyerswerswerdaer Karnevalsclub Gelb-Blau 1997 (HKC) ebenfalls schon viele Jahre Tradition. „Und natürlich rücken wir auch  an einem Samstag an. Da kennen wir kein Pardon!“, erklärt HKC-Präsident Andreas Kubale. Die Übernahme von Rathausschlüssel und Stadtkasse ist seit 20 Jahren - solange gibt es den Verein - der symbolische Startschuss in die fünfte Jahreszeit. Mit dabei ist immer auch das Prinzenpaar der HKC-Narren. „Wir haben in diesem Jahr neue Tollitäten“, kündigt Andreas Kubale bereits an.

Für die 21. Session, deren Hauptveranstaltung am 10. Februar erstmals im Bürgerzentrum Braugasse 1 stattfinden wird, steht das Thema schon fest: „Wir fahren in den Orient - damit man dort den Fasching kennt“, gibt Andreas Kubale das Motto schon mal preis.

Und für den Start in die neue Session lädt der HKC am kommenden 11.11. zudem erstmals zu einem großen Prinzessinnenball ein. Am Samstag sind alle kleinen Fans von Karneval und bunten Kostümen zu einer stimmungsvollen Faschings-Kinder-Fete in das Vereinshaus des HKC an der Heinrich-Mann-Straße 2 eingeladen. „Wir freuen uns auf viele kleine Prinzessinnen - aber natürlich können auch Cowboys, Indianer und viele andere schöne Verkleidungen erscheinen“, sagt der HKC-Präsident.