Feuchte Wände und Schimmelflecken sind im Kamenzer Lessinghaus Vergangenheit. Im Zuge der jetzt abgeschlossenen Sanierungsarbeiten wurden die komplette Bauwerksabdichtung und die schadhaften Entwässerungsleitungen erneuert, um ein weiteres Eindringen von Feuchtigkeit in das Mauerwerk zu verhindern.

Im Innenbereich brachen die Bauarbeiter den durchfeuchteten Wandputz ab, unterzogen Teilflächen einer Schimmelbehandlung und verputzten sie nach der Austrocknung mit einem geeigneten Kalkputzsystem. Wandlüfter mit Wärmerückgewinnung sorgen jetzt für ein besseres Raumklima.

"Wir haben uns die Entscheidung für diese Investition nicht leicht gemacht", erklärt der Kamenzer Oberbürgermeister Roland Dantz (parteilos). Schließlich gelte es, angesichts der anstehenden Aufgaben - insbesondere im Schulhausbau - Prioritäten zu setzen. Und niemand könne Kamenz angesichts der umfangreichen Investitionen in den letzten Jahren vorwerfen, die Kultur zu vernachlässigen. Und perspektivisch, so der Oberbürgermeister, halte man ja auch nach Möglichkeiten für die Schaffung von mehr Platz für Museum und Bibliothek Ausschau. Wann dies - womöglich in Form eines Anbaus an das Lessinghaus - zum Tragen kommt, könne derzeit allerdings noch nicht gesagt werden.

Ein erheblicher Anteil an den geplanten Gesamtkosten in Höhe von 265 000 Euro ("geworden" sind es letztendlich 220 000 Euro) kam aus dem Bundesprogramm "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland". 122 000 Euro steuerte die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), aus diesem Topf bei. Und durch Spenden und Sponsoring aus den Reihen von Bürgerschaft und Wirtschaft kamen immerhin 40 000 Euro zusammen.

Erfreut über die zum Abschluss gekommenen Sanierungsarbeiten ist auch die Leiterin der Kamenzer Bibliothek, Marion Kutter, die allerdings dabei bleibt, dass "wir neue Räume brauchen." Schließlich blieben die beengten Platzverhältnisse auch nach der Schadensbeseitigung bestehen. So sei es schwierig, medienpädagogische Projekte mit Kindern und Jugendlichen durchzuführen.

Eine Auslagerung der Bibliothek aus den bisher im Lessinghaus zur Verfügung stehenden Räumen würde dem Museum die Möglichkeit einräumen, neue Flächen für Sonderausstellungen zu gewinnen. Oberbürgermeister Roland Dantz trägt diese Zukunftsvision mit, betont aber auch: "Unsere Bibliothek arbeitet in ordentlichen und vorzeigbaren Räumen."