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| 15:24 Uhr

Freizeit und Sport
Nachwuchskicker mit Spaß am runden Leder

: Alle Teilnehmer des Fußballcamps trugen einheitlich ein orangefarbenes Sportdress. (V.l.n.r.): Gill Cassandra Döring, Tony Jantschke und Julia Schwaß.
: Alle Teilnehmer des Fußballcamps trugen einheitlich ein orangefarbenes Sportdress. (V.l.n.r.): Gill Cassandra Döring, Tony Jantschke und Julia Schwaß. FOTO: Rainer Könen
Hoyerswerda. Bei der siebten Ausgabe des Toni-Jantschke-Fußballcamp gab’s in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung: 54 Kids machten mit. Von Rainer Könen

Es gab eine Zeit, da verliefen die Nachmittage von Kindern so: Mittagessen, Hausaufgaben machen und dann raus. Radeln, Rollschuh fahren, klettern. Vor allem aber Fußbällen nachjagen. Viele trugen Straßenschuhe, sehr zum Ärger der Eltern. Aus Grünanlagen, von Schulhöfen wurde man vertrieben. Der Hunger auf Bewegung aber siegte. So war das früher.

Heute, da man eher von Kids als von Kindern spricht und Reporter und Marketing-Menschen gar nicht oft genug den Begriff Straßenfußball hervorzaubern, warten auf die Nachwuchskicker viele herrliche Bolzplätze. Oder Fußballcamps. Etwa das des gebürtigen Hoyerswerdaer Bundesligaspielers Tony Jantschke. In diesem Jahr hatten sich 54 Jungen und Mädchen für sein viertägiges Fußball-Camp im Hoyerswerdaer Jahnstadion angemeldet. Rekordbeteiligung. Damit habe man organisatorisch eine Obergrenze erreicht, meinte sein Vater Sören.

Angefangen hatte es vor sieben Jahren in Deutschbaselitz. Da wurden 24 fußballbegeisterte Kids mit den Fußball-Grundkenntnissen vertraut gemacht. Die tolle Resonanz in diesem Jahr spreche für die Qualität dieses Camps, so der 52-jährige Sören Jantschke. Der stolz darauf ist, dass die Kinder nicht nur aus der Region, sondern mittlerweile aus der gesamten Republik nach Hoyerswerda kommen.
Unter den 54 Teilnehmern waren auch vier Mädchen. Julia Schwaß war zum zweiten Mal dabei. Die zehnjährige Hoyerswerdaerin, die in Zeißig Fußball spielt, erzählte, dass sie eine Menge gelernt habe. Aber man habe ja nicht nur Fußball gespielt. Man sei im Lausitzbad schwimmen gewesen, im Bowlingcenter fand sie es toll, und der Besuch im Trampolinpark sei, so die gleichaltrige Gill Cassandra Döring, die zum ersten Mal dabei war, „einfach schön“ gewesen. Auf die Frage, welcher Fußballer ihr sportliches Vorbild sei, grinste die zehnjährige Hoyerswerdaerin: „Der Tony“. Der 28-jährige Tony Jantschke, der beim Bundesligisten Borussia Mönchengladbach unter Vertrag steht, wird von seinem Vater Sören als „bodenständig“ beschrieben. Mit ein Grund, warum es ihn oft in seine alte Heimat zieht. Auf die Idee mit dem Fußballcamp waren seinerzeit Eltern und Freunde gekommen, „die haben mich mit diesem Vorhaben überrascht“, so Tony Jantschke. Er fand gleich Gefallen daran, Kindern den Spaß am Fußball zu vermitteln. Und den haben die Nachwuchskicker definitiv. Dafür sorgen er und das neun köpfige Trainerteam. Den jungen Kickern werden die Grundlagen in Technik, Koordination und Passspiel vermittelt. Der Leistungsgedanke, so Vater Sören, stehe überhaupt nicht im Vordergrund, vielmehr die Kameradschaft. „Unser vorrangiges Ziel ist es, die Sozialkompetenz der Kinder zu fördern“, erklärte Vater Sören. Der darauf hinwies, dass man gar nicht wisse, wer von den Kindern im Verein Fußball spiele. Einige der Jungs hatte Tony Jantschke aber als „typische Straßenfußballer“ ausgemacht. So was sehe man gleich, meinte der Bundesligaprofi.
Im nächsten Jahr wird er mit seinen Eltern, Freunden und Bekannten erneut ein Fußball-Feriencamp in Hoyerswerda ausrichten. Dann wird der Mönchengladbacher Fußballprofi sicher wieder von den Kids mit dieser Frage konfrontiert werden: Wie es denn so ist, in der Bundesliga zu spielen?