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| 15:58 Uhr

Hoyerswerda
Der perfekte Nachfolger

Sie arbeiten im Klinikum Hoyerswerda jetzt Hand in Hand: Marc Schuler (r.) ist der neue Chefarzt im Seenland-Klinikum. Er hat zum 1. September die Leitung von Dr. Dietrich Lorenz übernommen, der 23 Jahre lang Chefarzt gewesen ist.
Sie arbeiten im Klinikum Hoyerswerda jetzt Hand in Hand: Marc Schuler (r.) ist der neue Chefarzt im Seenland-Klinikum. Er hat zum 1. September die Leitung von Dr. Dietrich Lorenz übernommen, der 23 Jahre lang Chefarzt gewesen ist. FOTO: LR / Sascha Klein
Hoyerswerda. Dr. Dietrich Lorenz gibt den Chefarzt-Posten im Klinikum an Dr. Marc Schuler weiter. Von Sascha Klein

Dr. Dietrich Lorenz ist in Hoyerswerda schon fast eine Arzt-Legende. Der 66-Jährige arbeitet seit 40 Jahren am Klinikum. Davon ist er 23 Jahre lang Chefarzt gewesen. Sein Tätigkeitsfeld: die Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie. „Er hat alles erreicht, was man erreichen kann“, sagt Klinikum-Geschäftsführer Jörg Scharfenberg. Auch Lorenz ist schon seit Längerem klar gewesen: Irgendwann wird er den Staffelstab des Chefarztes weiterreichen müssen. Oder anders: Er hat ihn jetzt weiterreichen wollen.

Die Suche beginnt. Das Seenland-Klinikum nimmt sich professionelle Hilfe zur Seite, schaut in ganz Deutschland nach einem perfekten Nachfolger. Rund 15 Bewerber werden deutschlandweit ausgemacht. Mit ihnen spricht die Klinikum-Spitze jeweils mehrmals. Ein Bewerber sticht heraus. Es ist Marc Schuler. Er arbeitet am Klinikum Fulda, hat eine Vielzahl an Fachqualifizierungen und eine Menge an Operationen vorzuweisen. 230 Becken-OPs, 600 Wirbelsäulen-OPs, 1500 Eingriffe an den oberen Extremitäten, 3700 an den unteren. Er gerät in den Fokus. Mehrere Gespräche folgen. Irgendwann ist klar: Schuler ist aus Hoyerswerdscher Sicht der perfekte Nachfolger für Dietrich Lorenz. Die Gespräche werden intensiver. Schließlich wird klar: Marc Schuler kommt nach Hoyerswerda.

Mittwoch, 5. September: Dr. Marc Schuler wird als neuer Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie im Seenland Klinikum vorgestellt. Der Sportarzt, Orthopädie- und Traumaspezialist ist zu diesem Zeitpunkt fünf Tage Chefarzt – und hat ganz klare Ziele. Ein Ziel des 43-Jährigen ist: der Ausbau der Traumatologie. Trauma bedeutet auf griechisch Wunde und beschreibt in der Medizin die Lehre von Entstehung, Verhütung, Erkennen und Behandlung von Unfallverletzungen. Das Klinikum will zudem dem deutschlandweiten Trauma-Netzwerk beitreten und damit auch an Wichtigkeit gewinnen. Was unter dem Strich dabei herauskommen soll: Hoyerswerda will mehr Qualität als bisher bieten und in diesem Fachgebiet mehr Patienten behandeln als bisher. Zurzeit verfügt Schulers Klinik über etwa 55 Betten. Wenn es gelingt, dass die Unfallchirurgie wächst, sollen es irgendwann 75 Betten werden. Insgesamt verfügt das Lausitzer Seenland Klinikum über 440 Planbetten.

Marc Schuler stammt aus Böblingen bei Stuttgart, hat in einigen Krankenhäusern in Deutschland gearbeitet, um sich auf verschiedenen Gebieten  zu qualifizieren. In den vergangenen sechs Jahren ist er in Fulda tätig gewesen. Jetzt also Hoyerswerda: Der Umzug ist bereits geschafft. Nach den ersten Eindrücken schwärmt er von der Stadt. „Ich bin sehr offen und warmherzig empfangen worden“, sagt der Reserveoffizier der Bundeswehr. Sein Rang dort: Oberfeldarzt – vergleichbar mit einem Oberstleutnant. Die Stadt sei großzügig gebaut, grün und biete jede Menge Möglichkeiten, sich sportlich zu betätigen. Das will Schuler in der Freizeit auch tun. Viele Jahre ist er Turniertänzer gewesen, dazu auch einige Jahre im Karate aktiv. Über einen Bootsführerschein verfügt der gebürtige Schwabe auch – perfekte Voraussetzungen für das Lausitzer Seenland.

Viel Zeit für Freizeit wird Marc Schuler sich vorerst jedoch nicht nehmen. Er will das Klinikum und die Abläufe kennenlernen. „Ich arbeite gerne und viel“, sagt er. Ihn treiben die leuchtenden Augen von Patienten an, denen er helfen kann. Seinen Werdegang habe er strategisch geplant. Das Ziel habe schon zu Studienzeiten geheißen: sich breit zu qualifizieren, um später einmal Chefarzt zu werden.

Dieses Ziel hat sich Marc Schuler jetzt selbst erfüllt. Er möchte am Klinikum Hoyerswerda seinen Fachbereich über einen langen Zeitraum entwickeln. Weiterhin an seiner Seite: Dietrich Lorenz. Der bisherige Chefarzt will kürzer treten, aber noch lange nicht aufhören. Das Klinikum hat für ihn einen Titel gefunden: Senior-Arzt. Er wird auch künftig in der Endoprothetik, seinem Fachgebiet, arbeiten. Endoprothesen sind Implantate, die im Körper bleiben. Bestes Beispiel: ein künstliches Hüftgelenk. „Wir sind froh, dass er den Weg mit uns weitergeht“, sagt Geschäftsführer Scharfenberg.