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| 01:34 Uhr

Nachbarn als Postzusteller

Elsterheide.. Vielen Menschen auf dem Land ist das Hickhack um die Straßennamen im Dorf, allen voran um die Dorfstraßen, noch deutlich in Erinnerung. Thomas Mielke


Mit der Fusion von kleinen Orten zu Großgemeinden wie Spreetal und Elsterheide brach die Debatte los: Wer darf seine Straßen wie nennen, damit die Adresse eindeutig ist und die Postboten nicht ins Schwitzen kommen? So war es auch, als Sabrodt und Bluno 1996 Teil der damals neuen Elsterheide wurden.
Die Adressen „Sabrodt, Dorfstraße” beziehungsweise „Bluno, Dorfstraße” verwirrten niemanden. Die Adressen „Elsterheide, Dorfstraße”, die es gleich in mehreren Ortsteilen gab, sorgten aber naturgemäß für Wirrwarr. Nach langer Diskussionen einigte sich der Gemeinderat also, dass Bluno und andere Orte ihre Dorfstraße hergeben mussten. Aus der Blunoer zum Beispiel wurde die Dorfaue.

Sabrodt behielt Namen
Sabrodt war das Glück beschieden, seine Dorfstraße behalten zu dürfen. Allerdings galt das nicht für Sabrodt- und Bluno-Ausbau.
Direkt nebeneinander an der B 156 gelegen, bekamen sie die bis heute gültige Postanschrift „Elsterheide, Bluno-Ausbau 1 (bis 3)” beziehungsweise „Elsterheide, Ausbau 1 (bis 6)”. Seit dem erhalten die Bewohner öfter ungebeten Post.
„Die Zusteller haben ein Problem damit, das richtige Haus zu finden”, sagt Sabrodts Ortsvorsteher Siegbert Bogott und meint damit weniger die zumeist ortskundigen Gelb-Blauen mit dem Horn auf dem Rücken, sondern viel eher Hermes-Boten, DSL-Techniker, Möbel-Spediteure . . .
Er und seine Familie wohnen beispielsweise in Ausbau 2 und bekommen regelmäßig Post von ihren netten Nachbarn aus „Bluno-Ausbau 2” gebracht. Umgedreht schaffen sie regelmäßig fehlgeleitete Zusendungen in das wenige Meter entfernte Haus ihrer Nachbarn.

„. . . geht so nicht weiter“
Man mache das gern, aber auf Dauer gehe das mit den Verwechslungen so nicht weiter, sagt Bogott.
Nun suchen die Nord-Elsterheider nach einer Lösung für das Problem. Vielleicht könnte die Gemeinde Schilder an der B 156 aufstellen lassen, auf denen steht, wo genau Sabrodt-Ausbau und wo genau Bluno-Ausbau liegt, hat sich der Ort schaftsrat überlegt.
Ähnlich denken auch die Nachbarn: So ein grünes Ortsteilschild mit gelber Schrift an der Grenze zwischen Sabrodt und Bluno beziehungsweise zwischen Ausbau und Ausbau wäre es, schlägt Blunos Ortsvorsteher Bernhard Boch vor.
Demnächst soll der Gemeinderat das Durcheinander um die Adressen der neun Häuser in Ordnung bringen. Mal sehen, ob dann die in den 90er-Jahren eingeleitete Umbenennungswelle endlich beendet ist. (no)