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Nach Aufklärung der Großbrände gehen die Ermittlungen weiter

Am Wochenende brannte die Dönerfabrik zum zweiten Mal.
Am Wochenende brannte die Dönerfabrik zum zweiten Mal. FOTO: rlx1
Hoyerswerda. Zwei Großbrände in der ehemaligen Molkerei im Industriegebiet von Hoyerswerda innerhalb von nur fünf Wochen – die Staatsanwaltschaft meldet, der Fall sei geklärt. Die Ermittlungen aber dauern weiter an. Daniel Schauff

Es war der Eigentümer der Dönerfabrik im Hoyerswerdaer Gewerbegebiet, der hinter den beiden Großbränden innerhalb der vergangenen fünf Wochen steckt. Die Staatsanwaltschaft meldet die Aufkärung des Falls nach umfangreichen Ermittlungen. Mit zwei Komplizen - mindestens einer davon ein ehemaliger Mitarbeiter des Dönerproduzenten - hat der 43 - Jährige versucht, die Versicherungssummer einzustreichen. Seinen Mittätern hatte er Anteile versprochen.

Brandstiftung oder Brandlegung?

Wie hoch die gesamte Versicherungssumme gewesen wäre und was der Dönerproduzent den 27- und 28-jährigen Männern versprochen hatte, kann Obestaatsanwalt Till Neumann, Sprecher Staatsanwaltschaft Görlitz, nicht sagen. Auch ob den Tätern Brandstiftung vorgeworfen werden kann, steht noch nicht fest. Sowohl Kriminalpolizei als auch Staatsanwaltschaft haben den Fall noch nicht abgeschlossen.

In Haft ist laut Neumann derzeit nur einer der drei Täter - es bestehe Fluchtgefahr, weil der 27-Jährige keinen festen Wohnsitz habe, so der Oberstaatsanwalt. Die beiden anderen Beschuldigten seien zwar noch am vergangenen Sonntagabend festgenommen worden, am Montag allerdings bereits wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Haftgründe lägen nicht vor, sagt Neumann. Fluchtgefahr bestehe nicht.

Familie verletzt

Den in Untersuchungshaft sitzende 27-Jährige hatte die Feuerwehr in der Nacht zum vergangenen Samstag während der Löscharbeiten am Brandort angetroffen. Seine Hände seien mit Ruß beschmutzt gewesen, sagt Neumann. Gegenüber den Ermittlern zeige sich der Mann geständig, berichtet Neumann.

Der Mann hatte die bereits feuergeschädigte Produktionshalle noch einmal in Brand gesetzt, nachdem er, der Firmeneigentümer und der dritte Beschuldigte bereits am 21. Januar in zwei Räumen der Dönerfirma Feuer gelegt hatten. Der Brand war damals auch auf die über der Halle liegende Wohnung übergegriffen. Die Kinder des Dönerproduzenten sowie seine Frau waren verletzt worden. Gegenüber der RUNDSCHAU hatte der Döner-Hersteller noch von seiner schwierigen Situation berichtet, ein Hilfsangebot des Lohsaer Bürgermeisters Udo Witschas (CDU) aber abgelehnt.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die drei Beschuldigten wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Betruges.