Durch Krankheit, altersbedingte Ausfälle und den damit verbundenen Mitgliederschwund hatte der Mosambik-Verein jedoch seit einigen Jahren bereits erhebliche Probleme, die Vorstandsfunktionen zu besetzen. Nun sei das "Ende der Fahnenstange" erreicht: Denn den Vereinsmitgliedern, von denen ein Großteil weit über 70 Jahre alt ist, sei es nicht gelungen, Kandidaten für die weitere Vorstandsarbeit zu finden.

Doch ihre angestoßenen und umgesetzten Projekte seien alle auf einem guten Weg. Durch den Mosambik-Verein wurde beispielsweise in den vergangenen Jahren eine Schule in Beira aufgebaut, an der derzeit mehr als 900 Schüler lernen können. Im Laufe der Jahre übernahm die mosambikanische Seite die volle Verantwortung für den pädagogischen Betrieb. Für die Vereinsmitglieder stand in der jüngsten Vergangenheit vielmehr die logistische Unterstützung vor Ort und die Erweiterung sowie Instandhaltung der Gebäude im Vordergrund. Mit den im letzten Jahr überwiesenen Mitteln sollen nun noch eine Umfriedung des Schulgeländes und Malerarbeiten realisiert werden. Danach wird der mosambikanische Staat die Schule allein weiterführen.

Das 2008 in Betrieb genommene Gesundheitszentrum sei seit seiner Eröffnung vollständig in der Verantwortung des mosambikanischen Gesundheitswesens. So seien inzwischen mehrere 1000 Kinder dort geboren worden. Sehr stolz ist der Verein auch auf ein weiteres Projekt. Dabei handelt es sich um eine Schulpartnerschaft zwischen weiterführenden Schulen in Bautzen und Beira, die bis heute anhält. Viermal haben sich Jugendliche schon gegenseitig besucht und konnten dabei ihre Lebens- und Lernumstände kennenlernen.

Vereinsgründerin Waldtraut Spill machte sich zuletzt 2011 gemeinsam mit ihrer Enkeltochter auf die lange Reise nach Mosambik. "Es waren fantastische Erlebnisse", sagt die 76-Jährige. Engen und herzlichen Kontakt zu den Mosambikanern hält sie heute vor allem über das Internet.

Die Gründungsmitglieder des Vereins waren Enthusiasten, die auf besondere Weise, über Arbeitseinsätze oder Aufenthalte in afrikanischen Ländern, hautnah die Armut der Menschen kennengelernt hatten. Beseelt von dem Gedanken, auch von zu Hause aus etwas für sie zu tun, engagierten sie sich im Verein. Der Fortbestand des Geschaffenen in Mosambik sei vor der Auflösung des Vereins gesichert worden, wie die Mitglieder sagen.