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| 14:52 Uhr

Intensive Ursachensuche geht weiter
Zoo Hoyerswerda beklagt mysteriöses Pinguin-Sterben

Ein Pinguin im Zoo Hoyerswerda. Elf Tiere sind in diesem Jahr gestorben. Die Ursache ist noch nicht restlos geklärt.
Ein Pinguin im Zoo Hoyerswerda. Elf Tiere sind in diesem Jahr gestorben. Die Ursache ist noch nicht restlos geklärt. FOTO: Bodo Baumert
Hoyerswerda. Den Verlust von elf Pinguinen hat der Zoo Hoyerswerda in diesem Jahr zu beklagen. Was genau zu dem Sterben führte, ist nicht restlos geklärt. Weitere Untersuchungen in Kooperation mit Fachleuten – auch in anderen Zoos – sind im Gange.

Ein mysteriöses Pinguinsterben hat der Zoo in Hoyerswera zu beklagen. Wie Pressesprecher Felix Pál am Dienstag mitteilt, sind in diesem Jahr insgesamt elf Tiere der ursprünglich 13-köpfigen Gruppe gestorben. Derzeit suche das Zoo-Team gemeinsam mit einem Tierarzt, mehreren Forschungsinstituten und anderen Zoos nach der Ursache für das plötzliche Sterben.

Zehn Tiere seien an die Landesuntersuchungsanstalt Sachsen in Dresden geschickt worden, erklärt Pal. Dort sei bei neun Vögeln als Sektionsbefund Aspergillose festgestellt worden. Dabei handelt es sich um eine Infektion, die durch Pilze verursacht wird. Das elfte Tier wurde, wie der Zoosprecher weiter berichtet, an die Landesuntersuchungsanstalt Leipzig geschickt worden, um eine weitere Expertenmeinung einzuholen. Dieser Befund liegt dem Zoo aktuell noch nicht vor.

Nach Konsultationen mit Fachleuten und Vertretern anderer Zoologischer Gärten, gehen man davon aus, dass sowohl der außerordentlich heiße und trockene Sommer in diesem Jahr als auch kurzzeitige, benachbarte Baumaßnahmen zu besonderem Stress bei den Tieren geführt haben könnte, erläutert Pál. Dieser könnte zu einer Schwächung des Immunsystems geführt haben, die Tiere besonders anfällig für eine derartige Pilzinfektionen gemacht haben könnte.

Nach dem Tod der ersten Tiere im Frühjahr und Sommer hatte der Zoo umgehend reagiert. Nach Eingang der Untersuchungsbefunde und während der regulären Tierarzt-Visiten seien die Tiere regelmäßig kontrolliert und betreut worden. „Auch notwendige Medikamente wurden verabreicht“, sagt der Pressesprecher des Zoos. Zudem sei die Luftzirkulation verbessert und mit einem neu gebauten Carport ein Teil des Geheges überdeckt worden, um mehr Schattenplätze zu schaffen, fügt Pál hinzu.

Der Carport dients zudem als abgrenzbarer Bereich im Freien, falls erneut eine Vogelgrippe-Welle auftreten sollte.

Leider hätten mit all den vorsorglichen Veränderungen weitere Erkrankungen der Vögel nicht verhindert werden, bedauert der Pressesprecher gegenüber der RUNDSCHAU. Im November und Anfang Dezember wurde das Zoo-Team mit fünf weiteren Todesfällen konfrontiert. Welche Ursachen dazu führten – Hitze, Stress durch Bauarbeiten oder andere Auslöser – wird derzeit umfassend untersucht. „Jetzt hätte erst einmal die Reißleine gezogen werden müssen“, betont Pressesprecher Pál.

Bis zur endgültigen Klärung der Ursache des Sterbens und zum Umbau des Geheges wird der Zoo darum keine neuen Pinguine aufnehmen. Die zwei letzten Vögel bleiben bis auf ★eiteres in ihrem Gehege, da ein Tiertransport gegenwärtig erneuten Stress verursachen würde, so Pál. Während der kalten Jahreszeit werden die Tiere wie gewohnt auch ihr beheiztes Winterquartier nutzen können.

Die Schaufütterung bei den Pinguinen entfällt bis auf Weiteres. Als Ersatz lädt der Zoo Hoyerswerda Besucher ab sofort täglich um 14.45 Uhr zu einer kommentierten Fütterung bei Gürteltier Günther im Tropenhaus ein.

(red/uf)