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Musizieren lernen und dabei Spaß haben

Hoyerswerda.. Ehrfürchtig schauen die Steppkes, wie André Bischoff dem Keyboard die Töne entlockt. So gut wollen sie auch mal spielen können, sind sich Melanie und Sarah einig. Und wenn sie den nötigen Fleiß und die Ausdauer mitbringen, werden sie das eines Tages auch können. Catrin Würz

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Lernen kann man es jedenfalls in der Yamaha-Musikschule in Hoyerswerda, die in diesen Tagen ihren zehnten Geburtstag feiert. Im Juli 1993 wagte André Bischof den Sprung ins kalte Wasser und gründete seine eigene Musikschule. „Ich hatte mich zuvor über das Prinzip der Yamaha-Schulen informiert und fand es klasse“ , erinnert sich der 41-Jährige heute. Die Schulen - von denen es allein in Deutschland 300 gibt und tausende weltweit - sind zwar wirtschaftlich vollkommen selbstständig, beziehen aber das Know-How, die Unterrichtskonzepte und Marketingprogramme von Yamaha. Dermaßen abgefedert, zugleich aber auch frei zu sein - das erschien dem damaligen Berufsmusiker das Richtige zu sein. In den Nachwende-Wirren hatten die Engagements für Berufsmusiker der DDR arg nachgelassen - ein Neubeginn war unausweichlich.
Für diesen Schritt, eine private Musikschule zu gründen, suchte sich Bischof die damals noch 70 000 Einwohner zählende Stadt Hoyerswerda aus. Alles begann in der Altstadt mit damals 25 Keyboard-Schülern. Heute hat die Yamaha-Schule das zehnfache an Schülern: 260 Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen in den Räumen im WK VII derzeit ein Instrument, lassen sich in Gesang schulen oder spielen in einer der beiden Pop-Bands mit.
Die Yamaha-Firmenphilosophie setzt auf Gruppenunterricht und „auf eine gelockerte Art und Weise des Unterrichts“ , sagt André Bischof. „Lernen mit Spaß“ steht im Logo der Musikschule - und gemeint ist damit, dass das „Musikantische“ und nicht so sehr das streng Klassische im Vordergrund steht. „Wir singen sehr viel, um das musikalische Ohr zu schulen“ , sagt André Bischof. Und: Die Schüler lernen Solfége - die internationale Singsprache mit Do-Re-Mi und so weiter. Auch wenn es locker zugeht: Üben müssen die Musikschüler trotzdem, wenn sie vorankommen wollen.
War vor zehn Jahren noch das Keyboard der Renner bei den Musizierwilligen, bietet Bischofs Schule mittlerweile auch Unterricht in Akkordeon, Gitarre, Bassgitarre, Blockflöte, Schlagzeug und Klavier an. Das nutzen nicht selten auch Senioren, die sich an ihrem Lebensabend noch einmal einen Wunsch erfüllen.
Seit vier Jahren gibt es ein Tonstudio in der Musikschule - und einen neuen Zweig: die Popular Music School. Hier kann man alle Instrumente lernen, die eine Band ausmachen - und natürlich auch in einer Band mitspielen.
Drittes und genauso wichtiges Standbein der Yamaha-Schule ist die Kindermusikschule, in der Kinder ab dem Vorschulalter eine gezielte musikalische Elementarerziehung erhalten. In den nächsten Monaten sollen gar noch jüngere Kinder einbezogen werden: Krabbelkinder und ihre Eltern können gemeinsam musizieren. André Bischof hält dies für eine schöne Erfahrung für Mutter und Kind. Erwiesen sei schließlich, dass sich musikalisches Empfinden schon im ersten Lebensjahr eines Kindes mit herausbildet.
Das zehnjährige Bestehen der Yamaha-Musikschule wird am kommenden Sonntag, 6. Juli, mit einem Jubiläumskonzert gefeiert. Im Saal der Sparkasse Elbtal-Westlausitz präsentieren sich ab 16 Uhr die Schüler (und auch Lehrer) mit einem bunten Querschnitt. Eingeladen sind vor allem auch die ehemaligen Schüler der Musikschule. Auf Eintritt wird verzichtet. Doch die Zuhörer werden um eine Spende gebeten, die dem Musik-Kindergarten „Sonnenkäfer“ im WK VII zugute kommen soll. Dort wird eine E-Piano gebraucht, um auch künftig die musikalische Früherziehung für alle in der Einrichtung anbieten zu können.