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Musikfesttage gehen ins Finale

Liana Bertok, Romy Petrick und Sabine Jordan gestalteten einen Abend mit sorbischer Musik in der Lausitzhalle.
Liana Bertok, Romy Petrick und Sabine Jordan gestalteten einen Abend mit sorbischer Musik in der Lausitzhalle. FOTO: Katrin Demczenko/dcz1
Hoyerswerda. Ein Abend mit sorbischer Musik gehört schon seit Jahren fest zum Programm der Hoyerswerdaer Musikfesttage und erreichte auch 2017 wieder seine Fans. Für einen "Frühlingsnachtstraum" sorgten im Forumsaal der Lausitzhalle fünf Musiker, die unterschiedlicher nicht sein konnten und doch gemeinsam musizierten. Katrin Demczenko / dcz1

Werke des 18. bis 21. Jahrhunderts erklangen, wobei Lieder sorbischer Komponisten wie des fast vergessenen Dresdener Organisten Gerhard Paulik, von Bjarnat Krawc-Schneider und Jan Rawp einen Schwerpunkt bildeten. Vertonte Gedichte unter anderem von Jakub Bart Cisinski und Jan Skala erzählten über die Liebe.

Der Gründer der eigenständigen sorbischen Kunstmusik Korla Awgust Kocor hatte Texte von deutschen Dichtern wie Heine vertont, die die erwachende Natur beschrieben, sagte die Pianistin Liana Bertok. Begleitet von ihr und dem Cellisten Christoph Uschner sang die Sopranistin Romy Petrick diese Lieder auf Deutsch, Sorbisch sowie Russisch und hat alle Möglichkeiten ihrer wandelbaren Stimme vorgestellt.

Zur von ihr gesungenen Vokalise von Rachmaninow trat die Ausdruckstänzerin Sabine Jordan auf, die dem Abend einen anderen Glanzpunkt verlieh. Sie machte mit ihren mal kraftvollen, mal ruhigen Bewegungen auch die Solo-Cellomusik von Christoph Uschner sichtbar, die der Sorbe Detlef Kobjela und der Deutsche Sebastian Elikowski-Winkler geschrieben hatten.

Musikalisch lagen zwischen beiden Stücken Welten, denn das melodischere Werk von Kobjela verlangte fließende Bewegungen. Das Stück von Elikowski-Winkler, bei dem Uschner auch auf sein Instrument klopfte und die Seiten zupfte, vertanzte Sabine Jordan ruckartig, als wäre sie eine Puppe.

Die Japanerin Kazumi Hashimoto sorgte auf ihrer Harfe für andere, nicht sorbische Klänge. Sie wirkte auch bei den "Sapphischen Liedern für eine Singstimme, Harfe, Violoncello und Percussion" mit, wobei die Klanginstrumente von der Schöpferin des Werkes Liana Bertok gespielt wurden. Die aus Rumänien stammende und in Bautzen lebende Künstlerin unterstützt gern die Verbreitung sorbischer Kompositionen. Das hat sie bei den Musikfesttagen schon öfter und mit viel Freude getan, erfuhren die circa 50 Konzertbesucher. Diese stammten durchaus nicht alle aus Hoyerswerda und Umgebung, unter ihnen waren auch Angehörige der Dresdener Sängerin Romy Petrick. Den Gästen aus Großdubrau bei Bautzen haben der Abend und besonders die Sapphischen Lieder gefallen.

Am kommenden Wochenende gehen die 52. Musikfesttage Hoyerswerda nun bereits ins Finale. Nach elf ebenso begeisternden wie sehr unterschiedlichen Konzerten innerhalb von drei Wochen steht am Sonntag ab 17 Uhr das große Abschlusskonzert mit dem Sinfonischen Orchester Hoyerswerda in der Lausitzhalle auf dem Programm. Unter der Leitung von Eva Meitner wird das traditionsreiche Laien-Orchester Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart und Robert Schumann aufführen. Höhepunkt dabei: Als Solistin an der Violine wird die 20-jährige Hoyerswerdaerin Samira Dietze zu erleben sein. Als Siebenjährige erhielt sie ihren ersten Geigenunterricht an der Musikschule Hoyerswerda, war mehrfache Bundespreisträgerin bei "Jugend musiziert" und studiert heute Musik in Dresden. Nun zeigt sie ihr Können wieder in der Heimat.

Sonntag, 14. Mai, 17 Uhr, Lausitzhalle Hoyerswerda; Restkarten gibt es an der Abendkasse