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| 17:55 Uhr

Achtung, Aufnahme läuft!
Musikalisches Werminghoff klingt in neuer Ausstellung

 Achtung, Aufnahme! Das Mandolinenorchester aus Dresden, das Gitarrenorchester aus Hoyerswerda und der Männerchor Lohsa spielen unter der Leitung von Birgit Pfarr Titel für ein Klangobjekt der Energiefabrik ein.
Achtung, Aufnahme! Das Mandolinenorchester aus Dresden, das Gitarrenorchester aus Hoyerswerda und der Männerchor Lohsa spielen unter der Leitung von Birgit Pfarr Titel für ein Klangobjekt der Energiefabrik ein. FOTO: Katrin Demczenko
Knappenrode. Die Energiefabrik Knappenrode will die Fabrik- und Ortsgeschichte mit Mandolinenklängen lebendig machen. Von Katrin Demczenko

Konzertatmosphäre herrscht am vergangenen Samstag im Lessing-Gymnasium Hoyerswerda – und doch fehlt dort das Publikum, als der Männerchor Lohsa, begleitet vom Gitarrenorchester Iuventa musica Hoyerswerda und dem Bundinstrumentenorchester des Heinrich Schütz-Konservatoriums Dresden ihre Werke anstimmen.

Der Grund: An diesem Tag werden Aufnahmen für das Klangprojekt „Musikalisches Werminghoff“ eingespielt, das Teil der neuen Dauerausstellung der Energiefabrik Knappenrode sein wird. Die Klangsequenzen können Museumsbesucher ab dem Jahr 2020 im Rahmen der neuen Ausstellung erleben, erklärte Museumsmitarbeiterin Sophia Müller

Die Idee für das Musikprojekt entstand vor etwa einem Jahr, als ein Mitglied des Männerchores Lohsa der Energiefabrik ein Liederbuch aus dem Jahr 1919 übergab. Zusätzlich erhielt das Museum von einem Zeißiger Bürger alte Noten und eine Mandoline. Die Gegenstände hatten dem Großvaters des Mannes gehört, der einst Mitglied im Mandolinenorchester Werminghoff war, erzählt Sophia Müller. Und weil es damals im Ort auch einen Männerchor gegeben hatte, sollte „die Musik der frühen Werminghoff-Zeit wieder zum Leben erwachen“.

Zur Umsetzung der Idee fand die Museumsmitarbeiterin das Bundinstrumentenorchester aus Dresden als Orchester mit Mandolinen und das Gitarrenorchester Iuventa musica. Beide Klangkörper spielten in der Lessing-Schulaula zusammen mit dem Männerchor Lohsa Volkslieder wie „Der Lindenbaum“ und „Ännchen von Tharau“ ein. In der neuen Ausstellung der Energiefabrik soll der Besucher, wenn er an die Mandoline und die Noten herantritt, einige Lieder mit Instrumentalbegleitung hören können, erläutert Sophia Müller.

Der Chor singt aber unter der Leitung seiner Dirigentin Yvette Michael auch noch bergmännische Lieder wie das „Barbara-Lied“ ein, das die Schutzpatronin Heilige Barbara würdigt. Die Orchester werden im Mai bei einem gemeinsamen Wochenendprobenlager noch rein instrumentale Stücke einspielen, an denen die Menschen vor hundert Jahre Freude hatten, so Sophia Müller. Diese werden wie die Lieder des Männerchores und die gemeinsam aufgenommenen Stücke auf einer Musik-CD veröffentlicht. Die CD wird ab 2020 im Museumsshop in Knappenrode erhältlich sein. Das Vorhaben kam mit Hilfe europäischer Fördermittel aus dem Leader-Programm zur Entwicklung des ländlichen Raums zustande.

Die musikalische Umsetzung des Vorhabens hat das Ehepaar Pfarr aus Dresden in der Hand, denn Birgit Pfarr leitet das Bundinstrumentenorchester und ihr Mann bedient die Technik für die CD-Aufnahmen. Die Dirigentin erklärte, dass ihr Orchester meistens konzertante Werke vom Barock bis zu zeitgenössischer Musik spielt. Vor hundert Jahren hatten Mandolinenorchester wie das in Werminghoff vorwiegend Lieder und Melodien mit einfacher Harmonik im Repertoire, weil die wenigsten Spieler ihre Instrumente bei Musiklehrern erlernen konnten. Das Klangobjekt der Energiefabrik ermöglicht nun den Instrumentalisten der Gegenwart, einmal traditionelle Musikstücke zu erarbeiten, freut sich Birgit Pfarr. „Die sind leichter zu verstehen, aber nicht leichter zu spielen“, ergänzt sie. Vor allem nicht, wenn dabei gute CD-Aufnahmen entstehen sollen.

 Knappenrode: Klangobjekt für die Energiefabrik; 11 Mandolinisten, Gitarristen und der Männerchor singen Volkslieder ein. Die Dirigentin ist Birgit Pfarr.
Knappenrode: Klangobjekt für die Energiefabrik; 11 Mandolinisten, Gitarristen und der Männerchor singen Volkslieder ein. Die Dirigentin ist Birgit Pfarr. FOTO: Katrin Demczenko