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Musikalisches Heimspiel

Sängerin Beatrice Haschick und ihre fünf Musikkollegen der Band "Regent" spielen mit großer Freude beim Pfingstball des Dorfclubs Spreewitz/Zerre.
Sängerin Beatrice Haschick und ihre fünf Musikkollegen der Band "Regent" spielen mit großer Freude beim Pfingstball des Dorfclubs Spreewitz/Zerre. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Spreewitz/Siedlung. Für Beatrice Haschick, Sängerin der Band "Regent", ist das Konzert beim großen Pfingstball in Spreetal ein ganz besonderer Auftritt. Denn sie wohnt auch da. Anja Guhlan / ang1

Professionell steigt Beatrice Haschick mit ihren fünf Bandkollegen auf die Bühne. Mit dem Song von Andrea Berg "Du bist da", den die Band "Regent" einfach in "Ihr seid da" umgeschrieben hat, begrüßen sie die rund 80 Besucher im Festzelt. "Endlich! Ihr seid da, wir sind da. Naja, ich war ja eigentlich schon vorher da", spricht Beatrice Haschick ins Mikrofon. Denn die Sängerin der Band "Regent", die zum größten Teil aus dem Raum Pulsnitz stammt, wohnt in der Gemeinde Spreetal, genauer in dem Ortsteil Zerre.

Für sie ist das Konzert an diesem Abend ein musikalisches Heimspiel. "Ein Heimspiel mit einer großen Herausforderung", sagt Beatrice Haschick noch vor dem Konzert. Sie spielt nicht oft vor Publikum, dass sie so gut kennt. "Die Aufregung ist heute besonders groß und natürlich gebe ich dieses Mal nicht nur einhundert sondern gleich einhundertundzehn Prozent", verspricht sie.

Ihre Stimme klingt fest und harmonisch bei den nächsten Liedern. So singt sie die "Italienische Sehnsucht" oder auch einige Schlager von Helene Fischer, die sie persönlich eigentlich nicht so mag. Die 38-Jährige, die eher nach Gefühl singt - denn eine professionelle Gesangsausbildung hat sie nicht -, trifft die Töne.

Die Musik der Band, die in diesem Jahr übrigens ihr 40. Bühnenjubiläum feiern wird, kommt beim Publikum an. Viele klatschen mit. Einige tanzen. "Der Applaus, das Klatschen und das Tanzen sind immer Indizien, dass es dem Publikum gefällt. Und das spornt mich noch mehr an. Am Ende gibt mir das mehr als das Geld", erklärt die Sängerin, die der Band vor zwei Jahren beigetreten ist.

Das Publikum ist tatsächlich begeistert. "Mir gefällt die Musik ganz gut. Und unsere Bea macht sich auf der Bühne auch nicht schlecht. Sonst hat man immer nur gehört, dass sie wohl in einer Band singen soll. Jetzt erleben wir sie live und es hört sich gut an", sagt Dirk Friebe (51) aus Zerre, der nur einige Häuser neben Beatrice Haschick wohnt.

Auch der 13-jährigen Jasmin Bartusch gefällt das Konzert: "Es gefällt mir ganz gut. Vor allem die Pop-Lieder, der Schlager eher weniger." Und auch Anna Schoppa, die an diesem Abend mit 93 Jahren die älteste Besucherin des Konzerts sein dürfte, ist begeistert. "Die Bea hat ja schon immer gerne gesungen", erinnert sich Anna Schoppa. Sie ist neugierig gewesen, wie Beatrice aus dem Dorf nun singt und mit der Band spielt. "Dass sie jetzt da oben auf der Bühne steht, ist nicht nur mutig, sondern sie zeigt auch Talent", so Anna Schoppas Fazit.

Zum Schluss großer und kräftiger Applaus. Für Beatrice Haschick ein musikalisches Heimspiel, dass sie für sich entschieden hat. "Am liebsten würde ich noch viel öfter hier in der Gemeinde spielen", erklärt sie. Die Bandkollegen nicken. Wer weiß, vielleicht ist das nächste Live-Konzert gar nicht so fern.