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| 18:09 Uhr

Zuse-Computer-Museum
Museum in Hoyerswerda bringt alte Drucker wieder in Gang

ZCOM-Museumsleiterin Andrea Prittmann zeigt den alten Robotron-Computer EC 1834 samt Drucker, die zum Museumstag in Betrieb genommen werden.
ZCOM-Museumsleiterin Andrea Prittmann zeigt den alten Robotron-Computer EC 1834 samt Drucker, die zum Museumstag in Betrieb genommen werden. FOTO: LR / Catrin Würz
Hoyerswerda. Das Computer-Museum in Hoyerswerda will in Kürze einen neuen Raum eröffnen und hat auch viele weitere Höhepunkte im Plan. Von Catrin Würz

Nur eineinhalb Jahre nach der Neueröffnung des ZCOM Zuse-Computer-Museums in Hoyerswerda steht für den Sommer schon die erste kleine Erweiterung des Museums ins Haus. Ein deutsch-tschechisches Schülerprojekt mit Gymnasiasten aus Hoyerswerda und Berufsschülern aus der nordböhmischen Industriestadt Chomutov geht gerade in den  Endspurt -  und das wird für das Museum ganz konkret Früchte tragen. Die Schüler haben unter Anleitung der Museumsmitarbeiter interessante Fakten zum Thema Rechnen und zur Geschichte der Rechengeräte zusammengetragen. „Noch vor den Ferien wollen wir einen ersten neuen Raum unter dem Titel ,Von der Rechenhilfe zum Microchip’ eröffnen“, kündigt ZCOM-Museumsleiterin Andrea Prittmann an. Schließlich gibt es in den großflächigen Räumen des Museums im Erdgeschoss des Hochhauses an der Bonhoefferstraße noch immer einige ungenutzte Flächen, die bislang hinter Trennwänden verborgen sind. „Da ist Platz für neue Ideen und neue Themen.“

Innerhalb des deutsch-tschechischen Schülerprojektes, das mit europäischen Fördermitteln aus dem Programm „Hallo Nachbar“ finanziert wird, ist zugleich auch eine zweite Geschichte für den Museums-Audio-Guide „HörZUse“ entwickelt worden. Mit einer speziellen App können ZCOM-Besucher auf ihrem Smartphone oder auf Leihgeräten einen vertonten Rundgang durch das Museum erleben. „Die Schüler aus Hoyerswerda und Chomutov haben uns die Ideen für das neue Audio-Guide-Hörspiel geliefert und intensiv daran mitgearbeitet“, erzählt Andrea Prittmann. Momentan wird die Geschichte im Studio vertont. Außer in Deutsch und in Englisch soll sie künftig auch in Tschechisch vorliegen.

Doch es gibt noch eine ganze Menge weiterer Neuigkeiten im Hoyerswerdaer Technik-Museum. Gerade läuft im BASF-Werk in Schwarzheide die erste Sonderausstellung des ZCOM außer Haus. Konrad Zuse als Künstler, als Maler und Grafiker wird in einer großen Sonderschau mit 70 Werken in dem Industrieunternehmen beleuchtet. Das Museum hat dazu auch einen repräsentativen Katalog erarbeitet. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt Andrea Prittmann.

Für den 23. Juni konnte erneut Hannelore Zuse, die Tochter des Computererfinders, für einen Kunstabend in Hoyerswerda gewonnen werden. Dann werden vielleicht auch schon Bilder von Zuse besprochen werden können, die neu als Leihgaben nach Hoyerswerda kommen.

Weitergeführt wird in diesem Jahr eine Veranstaltungsreihe, innerhalb der historische EDV- und Computertechnik für einen Tag wieder in Betrieb genommen wird. Zu diesen Sonntagsterminen sind Eltern und Großeltern mit ihrem Nachwuchs eingeladen. „Dann erlebt der Enkel einmal, wie Computertechnik vor 30 oder 40 Jahren gearbeitet hat, was sie konnte und welche Geräusche sie gemacht hat“, sagt Museumspädagoge Marcus Matics. „Zu diesen Terminen gibt es die einmalige Chance, die alte Technik nicht nur als tote Ausstellungsobjekte, sondern in Funktion zu erleben“, ergänzt er. Die nächste Gelegenheit dazu besteht schon am kommenden Sonntag, 13. Mai. Am Internationalen Museumstag dreht sich alles um Drucker. In Betrieb genommen werden dann alte DDR-Drucker von Robotron, aber auch ein westdeutscher Drucker aus den Siebzigern.

In Planung ist darüber hinaus eine neue Museums-Führung mit dem Arbeitstitel „Der Geist in der Maschine.“ Marcus Matics erklärt, was es damit auf sich hat: „Wir wollen uns dem Thema Technik und Zukunft etwas philosophisch annähern - aber auf eine lockere Art und Weise“, erklärt er.

Im ersten Jahr des ZCOM-Museums waren 13 000 Besucher in die Ausstellung in Hoyerswerda gekommen. Das soll im zweiten Jahr freilich noch überboten werden. Inzwischen haben immer mehr Schulen und Bildungsstätten das Museum als Ergänzung zum Unterricht entdeckt.